US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem öffentlichen Auftritt in Schottland überraschend ausführlich zur inhaftierten Ghislaine Maxwell geäußert – einer engen Vertrauten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Auf Nachfrage eines Reporters sagte Trump, er habe zwar die rechtliche Möglichkeit, Maxwell zu begnadigen, aber derzeit sei „niemand mit dieser Bitte“ an ihn herangetreten. Zudem sei es „unangemessen“, das Thema aktuell zu diskutieren.
Die Aussagen fielen während eines Pressegesprächs im Rahmen von Trumps Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer auf dem Trump-eigenen Golfresort Turnberry. Maxwell verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe wegen Sexualverbrechen im Zusammenhang mit Epstein.
Spekulationen über mögliche Begnadigung – Trump zurückhaltend
Maxwells Anwalt, David Markus, hatte am 25. Juli öffentlich Hoffnung auf eine mögliche Begnadigung durch Trump geäußert. Maxwell war zuvor in Florida zwei Tage lang vom stellvertretenden Justizminister Todd Blanche befragt worden – einem engen Vertrauten Trumps und früheren persönlichen Verteidiger.
„Der Präsident hat heute bestätigt, dass er die Befugnis hat. Wir hoffen, dass er sie gerecht einsetzt“, sagte Markus nach dem Treffen. Gleichzeitig betonte er, dass bislang kein direkter Kontakt mit dem Präsidenten stattgefunden habe.
Trumps Reaktion auf Enthüllungen zu Epstein-Akten
Trump nutzte die Gelegenheit auch, um Medienberichte zu Epstein-bezogenen Ermittlungen zu kommentieren. Insbesondere wies er einen Bericht des Wall Street Journal zurück, wonach seine Nennung in internen Akten des Justizministeriums dokumentiert sei. Trumps Generalstaatsanwältin Pam Bondi soll ihn im Mai darüber informiert haben, dass sein Name „mehrfach“ in den Ermittlungsakten auftauche.
Trump bezeichnete die Enthüllungen als „völlig übertrieben“ und sprach von einem „politisch motivierten Schwindel“. In gewohnt kämpferischem Ton unterstellte er ohne Beweise, dass politische Gegner wie Ex-Präsident Joe Biden, Justizminister Merrick Garland oder FBI-Direktor James Comey belastende Informationen über ihn konstruiert hätten. „Wenn es etwas gegen mich gegeben hätte, hätten sie es längst veröffentlicht“, so Trump.
„Ich war nie auf Epsteins Insel“ – Trump zu früherer Freundschaft mit Epstein
In Bezug auf seine frühere Freundschaft mit Epstein – über Jahre hinweg hatte Trump den Finanzier öffentlich als „tollen Kerl“ bezeichnet – betonte er nun erneut die Distanz. Er habe sich von Epstein getrennt, nachdem dieser „Mitarbeiter abgeworben“ habe. Einen Besuch auf Epsteins berüchtigter Insel in der Karibik, wo laut Ermittlungen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen stattfand, habe er „in einem seiner besseren Momente“ abgelehnt.
„Ich hatte nie das Vergnügen, seine Insel zu besuchen“, sagte Trump. „Ich wollte nicht dorthin.“
Öffentlicher Druck auf Justizministerium wächst
Die Diskussion um Epstein und Maxwell hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen, nachdem das US-Justizministerium angekündigt hatte, die vollständigen Ermittlungsakten nicht zu veröffentlichen. Sowohl in der Bevölkerung als auch im US-Kongress – inklusive Stimmen aus Trumps eigener Anhängerschaft – wächst der Druck auf Transparenz.
Insbesondere die Treffen Maxwells mit Blanche haben Spekulationen ausgelöst, ob eine politische Lösung im Raum steht. Trumps zögerliche Rhetorik lässt derzeit jedoch offen, ob eine Begnadigung realistisch ist oder ob das Thema nur noch Teil politischer Taktik bleibt.
Fazit: Donald Trump hält sich in der Frage einer möglichen Begnadigung von Ghislaine Maxwell zurück – betont aber, dass es ihm rechtlich freistehe. In der Affäre um die Epstein-Akten gibt sich der Präsident kampflustig und stellt bekannte Medienberichte in Frage. Die Diskussion über politische Einflussnahme auf die Justiz dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen.