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Bieterwettstreit um ProSiebenSat.1: MFE legt deutlich nach

kreatikar (CC0), Pixabay

Im laufenden Übernahmestreit um den Medienkonzern ProSiebenSat.1 erhöht der italienische Medienkonzern MediaForEurope (MFE) den Druck: Das Unternehmen, das mehrheitlich der Familie des verstorbenen italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gehört, hat sein Angebot an die Aktionäre der deutschen Sendergruppe deutlich verbessert.

Höhere Barzahlung und mehr Aktienanteile

Statt der bisher angebotenen 0,4 MFE-Aktien pro ProSieben-Aktie erhalten Aktionärinnen und Aktionäre nun 1,3 MFE-Aktien zusätzlich zur Barzahlung von 4,48 Euro je Aktie. Damit erhöht sich der rechnerische Gesamtwert der Offerte auf 8,62 Euro pro Aktie, wie MFE mitteilte. Verglichen mit dem durchschnittlichen Börsenkurs vor Bekanntgabe des Angebots entspricht das einer Prämie von rund 22 Prozent.

Strategisches Interesse: „Europäische Medienallianz“

MFE verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, ProSiebenSat.1 stärker in seine paneuropäische Medienstrategie einzubinden. Der Konzern sieht in einer grenzüberschreitenden Medienallianz eine Antwort auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch globale Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime und Disney+.

MFE hält bereits rund 30 Prozent der Stimmrechte an ProSiebenSat.1 und ist damit größter Einzelaktionär. Mit der Aufstockung des Angebots will man offenbar weitere Aktionäre zum Verkauf ihrer Anteile bewegen und so den Einfluss auf das Münchner Unternehmen deutlich ausbauen.

Widerstand aus dem Aktionärslager – und aus der Politik?

Trotz des verbesserten Angebots ist unklar, wie viele Anteilseigner bereit sind, ihre Aktien abzugeben. Einige institutionelle Investoren hatten sich in der Vergangenheit kritisch zu einer möglichen Übernahme durch MFE geäußert – unter anderem wegen Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Unabhängigkeit und möglicher Einflussnahme auf journalistische Inhalte.

Auch in der deutschen Politik gibt es vereinzelt Vorbehalte, was eine stärkere Kontrolle über ein reichweitenstarkes Medienhaus wie ProSiebenSat.1 durch ein ausländisches Unternehmen betrifft – zumal es sich um ein Unternehmen aus dem Umfeld Berlusconis handelt, der selbst für einen stark personalisierten Medienstil stand.

Zeit läuft: Frist bis Mitte August

Die Annahmefrist für das Angebot läuft noch bis zum 13. August 2025. In dieser Zeit können sich die Aktionäre entscheiden, ob sie das neue Angebot annehmen oder ihre Beteiligung behalten wollen.

Branchenbeobachter erwarten, dass MFE in den kommenden Wochen eine intensive Überzeugungskampagne fahren wird, um möglichst viele Anteile zu sichern. Ob es am Ende zu einer Kontrollmehrheit reicht – und was das für den deutschen Medienmarkt bedeutet – bleibt vorerst offen.

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