1. Performance und Vermögensentwicklung:
Der Fonds „Europäischer Mittelstandsanleihen FONDS“ verzeichnete im Geschäftsjahr 2024/2025 einen deutlichen Wertverlust:
Anteilklasse I: -7,00 %
Anteilklasse R: -7,43 %
Der Nettoinventarwert sank erneut signifikant:
Anteilklasse I: von 81,41 EUR auf 74,32 EUR
Anteilklasse R: von 80,61 EUR auf 73,23 EUR
Gleichzeitig schrumpfte das verwaltete Vermögen innerhalb eines Jahres:
Anteilklasse I: von 2,69 Mio. EUR auf 1,80 Mio. EUR
Anteilklasse R: von 4,17 Mio. EUR auf 3,37 Mio. EUR
Diese Rückgänge setzen einen mehrjährigen Abwärtstrend fort und zeigen, dass der Fonds strukturell unter Druck steht.
2. Rendite vs. Kosten:
Trotz moderater Zinserträge (z. B. 122.908,95 € bei Klasse I) und positiver ordentlicher Nettoerträge (I: 85.510 €, R: 143.761 €), wurde das Gesamtergebnis durch hohe nicht realisierte Verluste erheblich belastet:
Nicht realisiertes Ergebnis Klasse I: -245.651 €
Klasse R: -403.906 €
Gesamtkostenquote:
Anteilklasse I: 1,91 %
Anteilklasse R: 2,41 %
Für einen verlustreichen Fonds sind diese Kosten als hoch zu bewerten. Auch Transaktionskosten in Höhe von 10.703,23 € trugen zur Renditeschmälerung bei.
3. Nachhaltigkeitsprofil:
Der Fonds legt Wert auf nachhaltige Mittelstandsanleihen aus Europa mit Ausschlusskriterien für fossile Brennstoffe, Atomenergie und kontroverse Geschäftspraktiken. Zum Stichtag waren:
79,3 % des Portfolios nachhaltig im Sinne der ESG-Kriterien
10,98 % explizit nachhaltige Investitionen gemäß EU-Offenlegungsverordnung
Allerdings wurde nicht in taxonomiekonforme Tätigkeiten gemäß EU-Definition (z. B. fossiles Gas, Kernenergie) investiert.
4. Marktrisiken und externe Faktoren:
Der Fonds ist besonders sensibel gegenüber:
Zinsänderungsrisiken, da er stark in festverzinsliche Papiere investiert
geopolitischen Unsicherheiten (v. a. Russland-Ukraine-Konflikt)
Diese Faktoren beeinflussen die Kursvolatilität und erschweren eine stabile Wertentwicklung.
5. Strukturveränderung:
Zum 31.03.2025 wurde der Fonds auf den „Monega Euro-Bond“ verschmolzen. Dies deutet auf strukturelle oder wirtschaftliche Gründe hin, die die Weiterführung in dieser Form unwirtschaftlich erscheinen ließen – ein Warnsignal für Anleger, das strategische Fehlentwicklungen impliziert.
Fazit für Anleger:
Trotz einer klar nachhaltigen Ausrichtung und eines bewussten Auswahlverfahrens ist die Wertentwicklung des Fonds über mehrere Jahre enttäuschend. Die Kombination aus negativen Erträgen, hohen Kosten und einem schwierigen Marktumfeld führte zu einem anhaltenden Kapitalverlust. Die Fondsverschmelzung wirkt wie ein Rettungsanker zur Restrukturierung. Für sicherheitsorientierte oder renditebewusste Anleger war das Investment im Rückblick nicht lohnenswert. Eine Beteiligung an einem Nachfolgeprodukt sollte nur nach gründlicher Risikoabwägung erfolgen.