Labubu-Fieber erreicht jetzt auch Deutschland: Im Berliner Alexa-Einkaufszentrum hat am Freitag die erste deutsche Filiale des chinesischen Spielzeugunternehmens Pop Mart eröffnet – und die Nachfrage ist riesig. Schon am Vormittag bildeten sich lange Schlangen vor dem Store. Ausgestattet mit Campingstühlen und Regenschirmen warteten Fans geduldig, um eines der begehrten Plüschtiere zu ergattern. Doch was macht diese Figuren so besonders, dass Menschen stundenlang anstehen und teils mehrere Hundert Euro dafür bezahlen?
Von TikTok-Trend zum Lifestyle-Statement
Was zunächst wie ein gewöhnliches Sammlerstück wirkt, hat sich zum Social-Media-Phänomen entwickelt. Auf TikTok häufen sich Clips, in denen Labubus gestylt oder mit Accessoires in Szene gesetzt werden – ein Trend, der besonders in den USA, Asien und Großbritannien begann und nun auch Deutschland erfasst.
Die Figuren, entworfen vom Hongkonger Künstler Kasing Lung, sind keine klassischen „süßen“ Kuscheltiere. Mit ihrem breiten Grinsen, den gefletschten Zähnen und ihrem „creepy cute“-Look entsprechen sie eher einer „ugly cute“-Ästhetik. Gerade dieser Bruch macht sie zum Kultobjekt. „Man umgibt sich gern mit niedlichen Dingen, weil man Trost sucht – aber Labubu ist niedlich auf eine gebrochene Art“, erklärt Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout, die das Phänomen der Cuteness erforscht.
Vom Kinderbuch zur globalen Erfolgsstory
Die Ursprünge liegen in Lungs Kinderbuchreihe „The Monsters“, inspiriert von nordischen Mythen. Mit dem chinesischen Unternehmen Pop Mart entstand 2019 die erste Kollektion – und damit der Startschuss für einen weltweiten Trend. Pop Mart hat sich auf „Designer-Toys für Erwachsene“ spezialisiert und machte daraus ein Milliarden-Business.
Promi-Hype und Umsatzrekorde
Der Durchbruch kam, als Lisa von der K-Pop-Band Blackpink in einem Vanity-Fair-Interview ihre Labubu-Leidenschaft bekannte. Seitdem reißen sich Fans und Sammler um die Figuren. Laut Forbes erzielte eine Labubu-Serie allein im ersten Halbjahr 2024 einen Umsatz von 810 Millionen US-Dollar. Inzwischen gibt es limitierte Editionen, Kooperationen mit Museen wie dem Louvre und Modelle im Stil berühmter Kunstwerke – von der Mona Lisa bis zur „Frau mit dem Perlenohrring“.
Sammlerwert und Statussymbol
Labubus sind längst nicht mehr nur Spielzeug, sondern Lifestyle-Accessoire. Besonders begehrt sind limitierte Editionen, für die Sammler hohe Preise zahlen. Viele tragen die Figuren gut sichtbar an Taschen – ein Symbol dafür, zur Community der Eingeweihten zu gehören.
Warum der Hype anhält
Der Trend kombiniert mehrere Erfolgsfaktoren: Knappheit, Social-Media-Präsenz, Promi-Push und die psychologische Wirkung von Cuteness. Ob der Hype in Deutschland ähnlich einschlägt wie in Asien, wird sich zeigen – die langen Schlangen in Berlin sind ein erstes Indiz.