In Bayern wird ein groß angelegter illegaler Handel mit dem Covid-Medikament Paxlovid untersucht. Nach Angaben der bayerischen Zentralstelle in Nürnberg sollen Apotheker und weitere Verdächtige das verschreibungspflichtige Mittel unrechtmäßig auf den Schwarzmarkt gebracht haben. Der mutmaßliche Schaden beläuft sich auf rund 2,6 Millionen Euro.
Hintergrund des Falls
Paxlovid war im Januar 2022 in Deutschland zugelassen worden und galt während der Pandemie als wichtiges Medikament zur Behandlung von Covid-19-Risikopatienten. Um die Versorgung sicherzustellen, hatte der Bund große Mengen des Präparats eingekauft und Apotheken für die kontrollierte Abgabe zur Verfügung gestellt. Nun besteht der Verdacht, dass ein Teil dieser Bestände illegal weiterverkauft wurde – offenbar mit erheblichen Gewinnspannen.
Ermittlungsstand
Zwei Hauptbeschuldigte sitzen laut den Ermittlern bereits in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle wurden in München vollstreckt. Ob weitere Personen involviert sind, wird derzeit geprüft. Details zur Vorgehensweise der Täter oder mögliche Abnehmer im Schwarzmarktumfeld gaben die Behörden bisher nicht bekannt, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.
Brisanz des Falls
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, handelt es sich um einen schweren Verstoß gegen Arzneimittel- und Strafrecht – mit möglichem Betrug zulasten des Staates. Denn Paxlovid war vom Bund finanziert, um eine flächendeckende Versorgung während der Pandemie zu sichern. Der Fall wirft Fragen auf, ob die staatliche Kontrolle bei der Verteilung hochpreisiger Medikamente ausreichend war.
Fazit: Der mutmaßliche Paxlovid-Skandal zeigt, wie selbst lebenswichtige Medikamente in den Fokus von Schwarzmarkthändlern geraten können. Die Ermittlungen könnten ein weit verzweigtes Netzwerk offenlegen – und eine Debatte über strengere Kontrollen im Gesundheitswesen anstoßen.