Die Zahl ist alarmierend: In Deutschland wird derzeit nach 147.995 Menschen per Haftbefehl gefahndet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD hervor, die nun vom Bundestag veröffentlicht wurde.
Von den Gesuchten sind 19.257 deutsche Staatsangehörige, während der Großteil – 128.738 Personen – ausländische Staatsangehörige oder Menschen mit unbekannter bzw. staatenloser Nationalität sind. Diese Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 1. Juli 2025 und umfassen das polizeiliche Fahndungssystem des Bundes und der Länder.
Die Gründe für offene Haftbefehle sind vielfältig: Sie reichen von nicht angetretenen Haftstrafen, über untergetauchte Tatverdächtige, bis hin zu gescheiterten Abschiebungen oder Verstößen gegen Bewährungsauflagen.
Sicherheitsbehörden weisen darauf hin, dass ein Teil der gesuchten Personen sich möglicherweise nicht mehr in Deutschland befindet. Dennoch gilt die hohe Zahl an offenen Haftbefehlen als strukturelles Problem, das Politik und Strafverfolgung gleichermaßen vor Herausforderungen stellt.