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Frankreich mit Rekorddefizit: Was können wir von Griechenland, Spanien und Italien lernen?

Rilsonav (CC0), Pixabay

Frankreich steht vor einer historisch schwierigen Haushaltslage: Das öffentliche Defizit des Landes zählt zu den höchsten der Europäischen Union – nur Rumänien und Polen liegen noch darüber. Bei der Vorstellung der Haushaltsleitlinien für 2026 betonte Premierminister François Bayrou die Notwendigkeit drastischer Einsparungen und verglich die Situation Frankreichs mit anderen europäischen Staaten, die in den vergangenen Jahren ihre Finanzen stabilisieren konnten.

Länder wie Italien, Spanien und Griechenland haben eindrucksvoll gezeigt, dass selbst aus tiefen Defizitkrisen ein Ausweg möglich ist – wenn auch oft unter schmerzhaften Bedingungen.

Italien: Halbierung des Defizits dank Reformen und EU-Hilfen

Italien ist ein Beispiel für einen rasanten Haushaltsumschwung: Das Defizit sank in nur zwei Jahren von 7 % auf 3,4 % des BIP (2024).

Wie wurde das erreicht?

  • Ende teurer Umweltprämien: Die „Superbonus“-Programme für Gebäudesanierungen, die den Staat massiv belasteten, wurden gestoppt. Haushalte müssen künftig selbst zahlen, wodurch der Staatshaushalt entlastet wird.

  • Mehr Steuereinnahmen durch Digitalisierung: Die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung erschwert Steuerbetrug. Zudem wurden Steuernischen reformiert.

  • Milliarden aus Brüssel: Der entscheidende Faktor ist jedoch die Unterstützung aus dem europäischen Konjunkturprogramm (NextGenerationEU):

    • Fast 200 Milliarden Euro für Italien über fünf Jahre.

    • Zwei Drittel Kredite, ein Drittel Zuschüsse.

    • Effekt: Investitionsschub und höhere Steuereinnahmen.

Spanien: Wachstum als Schlüssel

Auch Spanien konnte sein Defizit massiv abbauen. Die Gründe:

  • EU-Hilfen für Infrastruktur: Milliardeninvestitionen aus dem europäischen Wiederaufbauplan finanzieren große Projekte.

  • Robustes Wirtschaftswachstum: Mit +3 % im Jahr 2024 wuchs die spanische Wirtschaft dreimal so stark wie der EU-Durchschnitt.

  • Migration als Wirtschaftsmotor: Fast die Hälfte aller neuen Jobs ging an ausländische Arbeitskräfte. Die Arbeitslosigkeit sinkt kontinuierlich.

Griechenland: Vom Krisenstaat zum Vorzeigeschüler – zu welchem Preis?

Griechenland galt lange als Problemfall Europas, drohte vor 15 Jahren sogar den Euro zu verlassen. Heute gehört das Land zu den Defizit-Musterschülern:

  • 2024 erzielte Griechenland sogar einen Primärüberschuss – es nahm mehr ein, als es ausgab (ohne Zinslasten).

  • Vertrauen der Investoren ist zurück, was zu niedrigeren Finanzierungskosten führt.

Welche Maßnahmen machten das möglich?

  • Harte Sparprogramme:

    • Kürzungen bei Renten und Beamtengehältern.

    • Verkauf staatlicher Vermögenswerte wie Häfen und Flughäfen.

  • Internationale Hilfen: Milliardenkredite von EU und IWF.

  • Wirtschaftliche Reformen:

    • Deregulierung des Arbeitsrechts für mehr Flexibilität (auf Kosten der Arbeitsplatzsicherheit).

    • Boom im Tourismus und steigender Konsum nach der Pandemie.

Frankreich: Der schwierige Weg

Im Vergleich dazu hat Frankreich noch keine vergleichbaren Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen. Mit einem Defizit, das zu den höchsten in Europa gehört, und hohen Sozialausgaben steht die Regierung unter Druck, massive Einsparungen und Reformen für den Haushalt 2026 umzusetzen.

Premierminister Bayrou verweist dabei auf die Erfahrungen anderer Länder, betont aber, dass Frankreich seinen eigenen Weg finden muss – ein Balanceakt zwischen Haushaltskonsolidierung, sozialer Stabilität und Wirtschaftswachstum.

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