Angesichts zunehmender Angriffe von Wölfen suchen Landwirte in Estland nach neuen Wegen, ihre Schafherden zu schützen. Neben klassischen Methoden wie Elektrozäunen und Herdenschutzhunden greifen immer mehr Bauern auf eine ungewöhnliche Lösung zurück: Lamas als „Wächter“ für Schafe.
Der Trend, der ursprünglich aus Südamerika stammt, findet in Estland wachsende Beliebtheit. Grund dafür sind die Zuverlässigkeit, Größe und natürliche Schutzinstinkte der Tiere, berichtet die estnische Agrarzeitung Maaleht.
Warum Lamas? Vorteile gegenüber Hunden
Lamas stammen aus den Anden und wurden dort bereits von den Inkas lange vor der Kolonialzeit domestiziert. Anders als Hunde müssen sie nicht separat gefüttert werden, da sie wie Schafe reine Weidetiere sind. Dadurch fügen sie sich leichter in bestehende Herden ein.
Ihre physische Präsenz ist ein weiterer Vorteil:
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Größe und Stärke: Lamas sind groß und wehrhaft, können mit kräftigen Vorderbeinen treten.
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Guter Rundumblick: Dank ihres langen Halses erkennen sie Gefahren frühzeitig.
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Nicht aggressiv gegenüber Menschen, was die Haltung sicher macht.
Die Tiere reagieren sensibel auf Raubtiere:
„Sobald Lamas Wölfe wahrnehmen, verändern sie ihr Verhalten. Sie geben einen Geruch ab und patrouillieren entlang des Zauns“, erklärt Mirjam Pikkmets, Betreiberin des Aaduni-Bauernhofs im Kreis Pärnu, die vier Lamas in ihre Herde integriert hat.
Seit die Tiere dort eingesetzt werden, sei kein Schaf mehr einem Wolf zum Opfer gefallen.
Kombination mit Eseln und visuellen Reizen
Experten empfehlen zusätzlich den Einsatz von Eseln, die ebenfalls stark territorial sind und Raubtiere durch lautes Schreien abschrecken können.
Weitere Maßnahmen umfassen visuelle Abschreckungen wie:
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blau gestrichene Pfosten
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hängende blaue Bänder
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gespannte blaue Schnüre
Die Farbe Blau sei für Wölfe und andere Raubtiere besonders auffällig, so Kristi Kauponen, Schafzüchterin im Bezirk Rapla.
Sind Lamas ein Garant für Sicherheit?
Ganz ohne Risiko ist die Methode nicht. Laut Maaleht kam es bereits zu Vorfällen, bei denen Wölfe trotz Lamas Schafe töteten. Sollte dies auf ihrem Hof passieren, will Pikkmets zusätzlich Esel einsetzen.
Grundsätzlich gilt:
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Herden in Moorgebieten sind besonders gefährdet.
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Raubtiersichere Zäune und mehrere Schutzhunde bleiben weiterhin die effektivsten Schutzmaßnahmen.
Hintergrund: Wachsende Wolfsbestände in Estland
Die estnischen Wolfsbestände haben sich in den letzten Jahren erholt. Das führt zu mehr Übergriffen auf Nutztiere, besonders in Regionen mit offenen Weideflächen. Die Kombination aus technischen Lösungen (Elektrozäune), biologischen Methoden (Lamas, Hunde) und visuellen Abschreckungen gilt derzeit als beste Strategie.