Dark Mode Light Mode

BaFin deckt Bilanzierungsfehler bei DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate AG auf

geralt (CC0), Pixabay

Bonn, 17. Juli 2025 – Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat im Rahmen einer stichprobenartigen Bilanzkontrolle erhebliche Unstimmigkeiten im Konzernabschluss 2022 der DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate AG festgestellt. Die Prüfung bezieht sich auf den offengelegten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, der sich nun laut Behörde als fehlerhaft erwiesen hat.

Überbewertung einer Immobilie

Konkret moniert die BaFin eine Überbewertung einer Immobilie, die im Konzernabschluss unter dem Bilanzposten „als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ mit einem Buchwert von 87,0 Mio. Euro geführt wurde. Die tatsächliche Bewertung hätte laut Prüfung mindestens 12,5 Mio. Euro niedriger ausfallen müssen.

Falsche Bewertung von Schulden und Optionen

Zusätzlich wurden die „langfristigen Schulden“ um 4,1 Mio. Euro zu niedrig angesetzt, da Kauf- und Verkaufsoptionen mit negativen beizulegenden Zeitwerten nicht bilanziert wurden. Dies stellt einen weiteren wesentlichen Fehler dar, der den Jahresabschluss in seiner Aussagekraft erheblich beeinträchtigt.

Fehlende Transparenz im Konzernanhang

Im Konzernanhang fehlen darüber hinaus wichtige Angaben:

  • Sensitivitätsanalysen zu möglichen negativen Änderungen relevanter Risikoparameter der genannten Optionen.

  • Quantitative Informationen zu den verwendeten Kapitalisierungs- und Diskontierungsraten bei der Bewertung der Immobilien zum Fair Value.

BaFin stärkt Markttransparenz

Seit dem 1. Januar 2022 ist die BaFin alleinige Aufsichtsbehörde für die Bilanzkontrolle kapitalmarktorientierter Unternehmen. Die Feststellung der Fehler erfolgt auf Grundlage von § 109 Absatz 2 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Die Veröffentlichung der Fehlerbekanntmachung dient der Transparenz und dem Anlegerschutz.

Die BaFin betont, dass durch solche Offenlegungen das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger in die Verlässlichkeit von Unternehmensberichten gestärkt werden soll.

Hintergrund:
Die DEMIRE AG ist ein börsennotiertes Unternehmen, das sich auf Gewerbeimmobilieninvestitionen in Deutschland spezialisiert. Die aufgedeckten Fehler könnten nicht nur bilanzielle, sondern auch kapitalmarktrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Anlagebetrüger erbeuten über 1,5 Millionen Euro in Niedersachsen

Next Post

BaFin warnt vor unseriösem Anbieter Aurum-Fix: Website aurum-fix-corp.com führt Verbraucher in die Irre