Donald Trump, bekannt als Präsident der Klagen und Klatschgeschichten, hat sich erneut juristisch ins Rampenlicht katapultiert – diesmal mit einer 20-Milliarden-Dollar-Klatsche gegen das Wall Street Journal. Der Grund? Ein Bericht über einen angeblich unterschriebenen Geburtstagsbrief an Jeffrey Epstein – inklusive Skizze einer nackten Frau und angeblichem Trump-Gekritzel.
„Fake news! Fake boobs! Fake everything!“ – ließ der Präsident auf Truth Social verlauten. Er sei „vorgewarnt worden“ – und Rupert Murdoch habe ihm „versprochen, sich darum zu kümmern“, konnte aber offensichtlich nicht verhindern, dass der Artikel doch erschien. Tja, Rupert, ein Mann – viele Schlagzeilen, wenig Kontrolle.
In der 18-seitigen Klageschrift wütet Trumps Anwaltsteam über „journalistische Totalausfälle“ und behauptet, das Journal habe weder Brief noch Skizze veröffentlicht – vermutlich, weil es sie „gar nicht gibt“. (Vielleicht wollte auch einfach niemand das sehen.)
Die verklagten Reporter heißen Khadeeja Safdar und Joe Palazzolo – zwei Namen, die nun vermutlich auf der „Trumpischen Liste der Staatsfeinde“ stehen, gleich neben Windrädern, Elektroautos und George Stephanopoulos. Letzterer hatte es im Vorjahr gewagt, Trump live im Fernsehen zu widersprechen – eine Unverschämtheit, die Disney mit 16 Millionen Dollar Wiedergutmachung und einem Flügel im Trump-Presidential-Library-Projekt sühnen durfte.
Ein Präsident auf Schadensersatz-Mission
Trump scheint ein neues Geschäftsmodell gefunden zu haben: Medien verklagen, dann „freudig vergleichen“ – mit dem Geld werden dann wohl neue Golfplätze, Anwälte und Goldbuchstaben für die nächste Skulptur des eigenen Gesichts finanziert.
Dass seine Beziehung zu Epstein kritisch beäugt wird, ist klar. Dass eine Nacktskizze mit Trumps Namen auftaucht, ist bizarr. Dass er deswegen gleich 20 Milliarden Dollar will, ist – nun ja – klassisch Trump.
Verfassungsrecht trifft Reality-Soap
Rechtsexperten reiben sich verwundert die Stirn. „Ich kann mich an keinen US-Präsidenten erinnern, der in Amt und Würden Medien wegen Beleidigung verklagt hat“, sagt Verfassungsrechtler Ted Boutrous. Schließlich hat der Präsident das mächtigste Sprachrohr der Welt – und ein eigenes soziales Netzwerk.
Doch Trump denkt offenbar: Warum mit Worten antworten, wenn man auch klagen kann?
Fazit:
Die Trump’sche Medienstrategie 2025:
„Wer über mich schreibt, der zahlt – am besten direkt ans Spendenkonto meiner Bibliothek.“