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Mediziner warnen vor gefährlichen Schönheitstrends am Auge

kinkates (CC0), Pixabay

Immer mehr Menschen unterziehen sich Schönheitsbehandlungen am Auge – doch Fachleute schlagen Alarm. Augenärzte warnen vor Eingriffen wie Augen-Tattoos, Keratopigmentierungen und Wimpernverlängerungen, da diese gravierende gesundheitliche Risiken bergen können. Neben Infektionen und Ekzemen drohen auch dauerhafte Schäden wie trockene Augen, warnt die Präsidentin der Vereinigung Österreichischer Augenärzte (ÖOG), Gabriela Seher, im Gespräch mit ORF Wissen.

Augentattoos: Wenn Schönheit die Sehkraft gefährdet

Besonders gefährlich ist die sogenannte Keratopigmentierung. Hierbei werden Farbpigmente in die Hornhaut der Iris eingebracht, um die Augenfarbe zu verändern – aus Braun wird Blau oder aus Grün fast Schwarz. „Das macht sehr schwerwiegende Veränderungen an der Hornhaut, davon ist dringendst abzuraten“, so Seher.

Noch riskanter sind Augapfel-Tattoos, bei denen die weiße Bindehaut des Auges eingefärbt wird. Beliebte Motive: farbige Symbole oder komplett gefärbte Augen. Die Expertin warnt: „Hier sind schwere Infektionen beschrieben, das ist einfach zu nah am Sehorgan.“

Selbst bei Permanent-Make-up, also Lidstrich-Tattoos, kann es zu Komplikationen kommen. Entzündungen der Bindehaut und Schäden an den Tränendrüsen sind mögliche Folgen, die langfristig trockene Augen verursachen. Hinzu kommt, dass die verwendeten Farben oft schädliche Stoffe wie Nickel oder Chrom enthalten. „Relativ häufig ist auch, dass das Tattoo ein bisschen verrinnt und das aussieht wie ein bösartiger Tumor – und dann stellt man fest: Es war nur ein gewandertes Tattoo“, erklärt Seher.

Wimpernverlängerungen: Beliebt, aber riskant

Besonders gefragt ist derzeit die Wimpernverlängerung. Dabei werden künstliche Wimpern mit einem speziellen Kleber an den natürlichen Haaren befestigt – ein scheinbar harmloser Trend mit ernstzunehmenden Risiken. „Relativ häufig sind allergische Reaktionen auf die Klebstoffe, die dann zu sehr unschönen Lidschwellungen führen können“, berichtet Seher. Hinzu kommen infektiöse Entzündungen oder Ekzeme, die in vielen Fällen ärztlich behandelt werden müssen.

Auch mechanische Verletzungen durch die spitzen Werkzeuge sind keine Seltenheit.

Fazit: Schönheit um jeden Preis?

Die aktuellen Warnungen der ÖOG machen deutlich: Eingriffe am Auge sind keine Bagatelle. Von Tattoo-Pigmentierungen bis zu Klebstoffen für Wimpern – viele Methoden bergen Risiken, die weit über ästhetische Probleme hinausgehen. Augenärzte raten deshalb eindringlich, solche Eingriffe nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und im Zweifel auf alternative, risikoärmere Methoden zu setzen.

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