Die Renovierung des Hauptsitzes der US-Notenbank Federal Reserve ist ins Kreuzfeuer geraten, nachdem die Kosten des Projekts auf 2,5 Milliarden Dollar gestiegen sind – eine Steigerung gegenüber den ursprünglichen Schätzungen von 1,9 Milliarden Dollar. Jerome Powell, der Vorsitzende der Federal Reserve, verteidigte das Renovierungsprojekt gegen anhaltende Angriffe von Präsident Donald Trump und dessen Anhängern, die die steigenden Ausgaben als unverantwortlich betrachten.
Am 17. Juli bat Powell den Inspektor der Federal Reserve, eine zusätzliche Überprüfung der Renovierung durchzuführen, um mögliche Missstände zu klären. Diese Maßnahme folgte auf die zunehmende Kritik, vor allem von Trump, der die Ausgaben als „verschwendungssüchtig“ und als Indiz für schlechtes Management bezeichnete. In einer öffentlichen Äußerung erklärte Trump, Powell solle für seine Rolle in der Renovierung verantwortlich gemacht werden, da er die Interessen der Steuerzahler missachtet habe.
In seiner Antwort versicherte Powell, dass die Renovierung und die Finanzierung des Projekts stets unter strenger Aufsicht des Fed-Vorstands und eines internen Aufsichtsgremiums standen. Er erklärte, dass die Notwendigkeit, zusätzliche Ausgaben zu tätigen, durch unvorhergesehene Probleme wie Asbest- und Bleibelastung sowie eine höhere als erwartete Grundwasserhöhe bedingt gewesen seien.
„Die zusätzlichen Kosten sind durch unvorhergesehene Bedingungen entstanden, die wir nicht vorhersehen konnten“, sagte Powell in einem Brief an die Verantwortlichen. Er betonte, dass die Notenbank bei der Planung und Durchführung der Arbeiten auf Transparenz und verantwortungsvolle Verwaltung geachtet habe.
Trump selbst griff Powell erneut scharf an und behauptete, dass die Fed viel zu viel Geld ausgibt, während die Zinssätze auf einem Niveau gehalten werden, das seiner Meinung nach das Wachstum der Wirtschaft behindert. Trump, der sich weiterhin für niedrigere Zinssätze starkmacht, wiederholte seine Forderung nach Zinssätzen unter 1%, um die Schuldenlast der US-Regierung zu verringern.
Der politische Druck steigt
Das Renovierungsprojekt, das bereits seit 2021 läuft, wurde ursprünglich 2017 genehmigt und war mit einem Preis von 1,9 Milliarden Dollar kalkuliert worden. Doch die Kosten sind durch unerwartete Herausforderungen gestiegen. Der Fed-Vorstand betonte, dass keine der Änderungen in der Planung „substanziell“ genug war, um eine erneute Genehmigung einzuholen, und dass sie zur Vereinfachung des Bauprozesses und zur Vermeidung weiterer Verzögerungen vorgenommen wurden.
Während der Renovierungsarbeiten, die sowohl strukturelle Reparaturen als auch die Modernisierung alter Systeme beinhalten, bleiben die steigenden Ausgaben ein umstrittenes Thema. Powell stellte klar, dass keine der Änderungen am Design des Gebäudes „luxuriöse“ Upgrades wie ursprünglich spekuliert beinhaltet.
Die Trump-Administration, insbesondere durch Russell Vought, den Direktor des Amts für Management und Haushalt, und andere Verbündete, hat diese hohen Ausgaben als Argument genutzt, um Powell politisch unter Druck zu setzen. Einige Kommentatoren spekulieren, dass Trump den Fed-Vorsitzenden möglicherweise entlassen könnte, um ihn für das Projekt verantwortlich zu machen, obwohl Powell nur „für einen triftigen Grund“ entlassen werden kann.
Powell steht nun unter intensiver Beobachtung, nicht nur aufgrund der Renovierung, sondern auch wegen der anhaltenden Zinsentscheidungen der Fed. Es bleibt abzuwarten, ob der zunehmende Druck von Trump und seinen Anhängern in der Politik dazu führt, dass Powell seinen Kurs in Bezug auf Zinsen und Renovierungskosten ändern muss.