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Lieferando streicht 2.000 Fahrerstellen und setzt stärker auf Subunternehmen

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Der Essenslieferdienst Lieferando plant einen massiven Umbau seines Liefernetzwerks in Deutschland: Rund 2.000 Fahrerinnen und Fahrer sollen ab dem kommenden Jahr ihre Jobs verlieren. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Grund ist eine strategische Neuausrichtung, bei der die Auslieferung künftig stärker durch externe Logistik-Subunternehmen übernommen wird.

20 Prozent der Fahrer betroffen

Nach Angaben des Unternehmens entspricht der geplante Stellenabbau etwa 20 Prozent der gesamten Fahrerflotte. Besonders hart trifft es die Metropolregion Hamburg, da dort ein Großteil der Fahrer beschäftigt ist. Auch kleinere Märkte wie Wiesbaden, Lübeck oder Bochum sollen künftig nicht mehr direkt von Lieferando beliefert werden, sondern über Partnerunternehmen.

„Die Wettbewerbslandschaft und der Markt ändern sich immer rasanter und tiefgreifender“, erklärte Lennard Neubauer, Deutschlandchef von Lieferando, gegenüber der dpa. „Kunden erwarten zuverlässigen Service und kurze Bestellzeiten. Das können wir mancherorts mit den aktuellen Strukturen nicht mehr ausreichend sicherstellen.“

Warum dieser Schritt?

Laut Lieferando soll das Konzept vor allem die letzte Meile effizienter machen. Dazu werde die Plattform künftig fünf Prozent des Liefervolumens an externe Dienstleister auslagern. In Berlin sei dieser Ansatz bereits erfolgreich getestet worden, so Neubauer. Dort übernimmt in einigen Bezirken bereits ein Subunternehmen die Zustellung – ein Modell, das nun auf weitere Städte ausgeweitet werden soll.

Der Lieferdienst verspricht, bei der Auswahl der Subunternehmer streng auf Qualität und Arbeitsbedingungen zu achten: Fahrerinnen und Fahrer sollen dort fest angestellt und fair bezahlt werden. Ein umfassender Prüfprozess sei Teil der Vereinbarungen.

So reagiert die Belegschaft

Die Ankündigung kommt nur wenige Wochen nach Streiks der Lieferando-Fahrer, die für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne protestiert hatten. Gewerkschaften kritisieren, dass der Schritt zu einer weiteren Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse führen könnte, obwohl Lieferando betont, die meisten Fahrerinnen und Fahrer weiter direkt anzustellen.

Am Donnerstag wurde der Gesamtbetriebsrat über die Pläne informiert. Für die betroffenen Beschäftigten sollen Verhandlungen über einen Sozialplan so schnell wie möglich beginnen, erklärte Neubauer.

Hintergrund: Struktur von Lieferando

Lieferando gehört zum niederländischen Konzern Just Eat Takeaway. In Deutschland betreibt die Lieferando Marktplatz GmbH das Plattformgeschäft, während die Fahrer bisher bei der Tochter Takeaway Express angestellt waren – in den meisten Fällen mit Festverträgen.

Mit der Neuausrichtung wird ein Teil dieses bisher eher stabilen Beschäftigungsmodells aufgegeben. Experten sehen in diesem Schritt eine Anpassung an den intensiven Wettbewerb im Liefermarkt, der zunehmend von Effizienz, Schnelligkeit und Kostendruck geprägt ist.

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