In einem bewegenden Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter hat Wolfgang Grupp, der frühere Chef des Textilunternehmens Trigema, einen Suizidversuch öffentlich gemacht. Der 83-Jährige erklärte darin, er leide an Altersdepressionen und habe versucht, sich das Leben zu nehmen.
„Ich bin im 84. Lebensjahr und leide an sogenannten Altersdepressionen. (…) Ich habe deswegen auch versucht, mein Leben zu beenden“, schreibt Grupp in dem offenen Schreiben, das nun öffentlich wurde. Er habe diesen Schritt sehr bedauert und würde ihn, wenn möglich, „ungeschehen machen“.
Sein Brief ist nicht nur ein Zeichen persönlicher Offenheit, sondern auch ein Appell an andere Betroffene: „Suchen Sie sich professionelle Hilfe und begeben Sie sich in Behandlung“, rät Grupp und macht damit eindringlich auf die oft unterschätzte psychische Belastung älterer Menschen aufmerksam.
Wolfgang Grupp hatte Trigema über Jahrzehnte hinweg geführt und galt als Unternehmer mit klaren Prinzipien – etwa dem konsequenten Festhalten an der Produktion in Deutschland. In der Öffentlichkeit war er für seine direkte Art, sein Traditionsbewusstsein und seine Familienorientierung bekannt.
Sein offener Umgang mit der eigenen psychischen Krise trifft einen gesellschaftlich wichtigen Nerv: Depressionen im Alter sind ein Tabuthema, obwohl sie viele betreffen. Experten betonen, dass frühzeitige Hilfe und Entstigmatisierung essenziell sind, um Leben zu retten.
Der Schritt Grupps wird von vielen als mutiges Zeichen gewertet – für mehr Transparenz im Umgang mit seelischer Gesundheit, besonders bei älteren Menschen und öffentlichen Persönlichkeiten.