Die Zahl der Bankfilialen in Deutschland nimmt immer schneller ab – und mit ihr verändert sich die Art, wie Menschen ihre Finanzgeschäfte erledigen. Wie die Bundesbank mitteilte, sank die Zahl der Zweigstellen von Banken und Sparkassen im vergangenen Jahr um über 1.600 auf knapp 17.900 Filialen. Das entspricht einem Rückgang von mehr als acht Prozent – deutlich stärker als noch im Jahr 2022, als das Minus bei rund fünf Prozent lag.
Die Entwicklung ist nicht überraschend, aber in ihrer Geschwindigkeit bemerkenswert. Als Hauptgründe nennt die Bundesbank den Siegeszug des Online-Bankings sowie die anhaltend schwierige Ertragslage vieler Institute – besonders in Zeiten von Niedrig- oder Nullzinsen. Die Digitalisierung habe viele klassische Bankdienstleistungen ins Netz verlagert – vom Überweisen bis zur Kreditvergabe.
Immer mehr Banken ziehen deshalb die Konsequenzen: teure Standorte in Innenstädten und ländlichen Regionen werden geschlossen, Beratung findet zunehmend digital oder telefonisch statt. Für viele Kunden bedeutet das einen Komfortgewinn – doch vor allem ältere Menschen oder Bewohner strukturschwacher Regionen empfinden den Rückzug der Banken oft als Verlust an Nähe und Service.
Während große Privatbanken und Sparkassen gezielt in digitale Infrastruktur investieren, wächst die Sorge um die Finanzielle Grundversorgung auf dem Land. Einige Banken testen mobile Filialen oder Kooperationen mit Supermärkten, um zumindest rudimentäre Angebote wie Bargeldversorgung aufrechtzuerhalten.
Fachleute erwarten, dass sich der Trend in den kommenden Jahren fortsetzen oder sogar beschleunigen wird – besonders angesichts steigender Betriebskosten, zunehmender Regulierung und dem weiter wachsenden Wettbewerb durch Fintechs.
Was bleibt, ist ein tiefgreifender Wandel der Bankenlandschaft – mit weniger Filialen, aber mehr digitalen Wegen zum Geld.