In Boldekow bei Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist am Mittwoch ein neuer Solarpark des internationalen Energiekonzerns Iberdrola offiziell in Betrieb gegangen. Die Besonderheit: Der produzierte Strom wird ausschließlich für Vodafone genutzt und nicht ins öffentliche Netz eingespeist.
Energie für 3.000 Mobilfunkmasten
Mit dem grünen Strom aus Boldekow will Vodafone den Betrieb von rund 3.000 Mobilfunkanlagen in Deutschland auf emissionsfreie Energie umstellen. Das Projekt ist Teil der Klimastrategie des Unternehmens, um seine Netzinfrastruktur nachhaltiger zu gestalten.
80.000 Solarpaneele auf 46 Hektar Fläche
Der Solarpark umfasst 80.000 Photovoltaik-Module, die sich über eine Fläche von 46 Hektar erstrecken – das entspricht etwa 65 Fußballfeldern. Neben direkter Sonneneinstrahlung nutzen die Module auch reflektiertes Licht aus der Umgebung. Nach Angaben von Iberdrola soll die Anlage jährlich mehr als 53 Gigawattstunden Strom erzeugen und über ihre geplante Laufzeit von 30 Jahren rund 20.000 Tonnen CO₂ einsparen.
Investition mit regionalem Effekt
Die Errichtung des Parks dauerte zwei Jahre. Während der Planungsphase gab es Kritik an der Umwidmung landwirtschaftlicher Flächen, dennoch wurde das Projekt umgesetzt. Für die Gemeinde Boldekow bringt der Solarpark finanzielle Vorteile: Rund 166.000 Euro Grundsteuer pro Jahr fließen künftig in die Gemeindekasse.
Teil einer größeren Strategie
Iberdrola ist in Deutschland bisher vor allem für seine Offshore-Windparks in der Ostsee bekannt. Der Konzern verfolgt eine klare Strategie: Stromlieferverträge direkt mit Großabnehmern, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs). Beispiele:
-
Windpark Baltic Eagle vor Rügen versorgt O2 Telefónica mit grünem Strom.
-
Stahlproduzent Salzgitter bezieht erneuerbare Energie ebenfalls direkt von Iberdrola.
Besichtigung möglich
Nach der offiziellen Inbetriebnahme können Interessierte den Solarpark bei geführten Besichtigungen kennenlernen.