Ein lauer Sommerabend, eine stimmungsvolle Burgkulisse und ein Weltstar in Bestform: Sting hat am Dienstagabend bei seinem dritten Gastspiel auf der Burg Clam für Begeisterung gesorgt – diesmal unter dem Motto „Sting 3.0“, mit einem minimalistischen Trio-Setup, das klar an seine legendäre Band The Police erinnert.
Schon der Auftakt ließ Fans aufhorchen: „Eins, zwei, drei“, zählte der Brite charmant auf Deutsch ein – und schon ertönten die ersten Akkorde von „Message in a Bottle“, einem der größten Police-Klassiker. Zwar zeigte sich Stings Stimme zu Beginn bei „If I Ever Lose My Faith in You“ noch etwas wacklig, doch spätestens bei „Englishman in New York“ fand sich das Trio – und das Publikum – in einem raffiniert reduzierten Arrangement wieder, das trotz seiner Sparsamkeit musikalisch überzeugte.
Begleitet wurde Sting von zwei hochkarätigen Musikern: Gitarrist Dominic Miller, langjähriger Weggefährte und Soundarchitekt vieler Soloalben, sowie Chris Maas, Drummer der Band Mumford & Sons, der für diesen Abend quasi „ausgeliehen“ wurde – eine mehr als gelungene Verstärkung.
Es folgte eine regelrechte Hit-Kaskade, in der Police-Fans voll auf ihre Kosten kamen: Von „Driven to Tears“ über ein ausgedehntes „Can’t Stand Losing You“ bis hin zu „Walking on the Moon“ und dem finalen Höhepunkt „King of Pain“ reihte sich Klassiker an Klassiker – tight gespielt, leidenschaftlich gesungen und live deutlich rockiger als im Studio.
Ein besonderes Highlight: „Desert Rose“ – eigentlich eine opulent produzierte Studioaufnahme, funktionierte im Trio-Format überraschend gut und bewies erneut die songwriterische Qualität Stings, dessen Werke auch im reduzierten Setting nichts von ihrer Wirkung verlieren.
Als Zugaben durften natürlich „Roxanne“ (in epischer Überlänge) und das zarte, poetische „Fragile“ nicht fehlen – beide Songs wurden vom Publikum gefeiert und sangen in der milden Abendluft fast noch weiter, als die Musik bereits verklungen war.
Passend zur mystisch-bedrohlichen Wetterstimmung rund um die Burg wählte Sting auch seine eigene Vorhersage: „Heavy Cloud No Rain“ – eine Anspielung auf das Unwetter am Nachmittag. Doch am Abend blieb es trocken – und so konnte sich die Fan-Verzückung uneingeschränkt entfalten.
Fazit: Sting 3.0 mag musikalisch reduziert sein – in seiner Wirkung ist es ein Live-Erlebnis mit großer Energie, Nostalgie und Klasse. Ein Abend auf Burg Clam, der noch lange nachhallen wird.