In Hamburg könnten E-Autos künftig direkt am Bordstein geladen werden – ohne Ladesäule, ohne Kabelsalat auf dem Gehweg. Die Bezirke Wandsbek und Altona wollen sogenannte Ladebordsteine testen, bei denen die Technik unsichtbar im Kantstein verbaut ist.
Das Konzept ist nicht neu: In Nordrhein-Westfalen, etwa in Köln, wird die Technologie bereits seit über einem Jahr erfolgreich erprobt. Nun will auch Hamburg aufholen – mit dem Ziel, platzsparende und unkomplizierte Ladeinfrastruktur für urbane Gebiete zu schaffen.
Einfach laden: Parken, Karte scannen, Strom tanken
Die Funktionsweise ist denkbar einfach: E-Auto neben dem Bordstein parken, EC-Karte scannen – und der Strom fließt. Die Technik spart Platz und stört das Stadtbild kaum, da sie sich harmonisch in die vorhandene Infrastruktur einfügt. Herkömmliche Ladesäulen sind dagegen sperriger und benötigen mehr Raum auf Gehwegen.
Gespräche mit Herstellern und Städten geplant
Die Bezirksversammlung Wandsbek hat am Donnerstagabend beschlossen, mit dem Hersteller der Ladebordsteine in Gespräche einzutreten. Außerdem sollen Erfahrungswerte aus anderen Städten, in denen das System bereits läuft, in die Planung einfließen. Ein konkreter Standort in Wandsbek für ein mögliches Pilotprojekt steht noch nicht fest.
Altona mit Pilotprojekt an zwei Standorten
Auch der Bezirk Altona plant einen Testlauf mit vier Ladebordsteinen an zwei ausgewählten Orten. Die Wirtschaftsbehörde hat dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt, verweist jedoch auf einen Kostenfaktor: Die innovativen Bordsteine seien derzeit teurer als klassische Ladesäulen – sowohl in der Anschaffung als auch in der Installation.
Zukunft der E-Mobilität in der Stadt?
Mit den Pilotprojekten will Hamburg prüfen, wie sich Ladebordsteine in die städtische Mobilitätsstrategie einfügen lassen. Wenn sich die Technologie als praktikabel und zuverlässig erweist, könnte sie künftig eine wichtige Rolle beim Ausbau der Ladeinfrastruktur spielen – besonders dort, wo wenig Platz für klassische Ladesäulen zur Verfügung steht.