Zwischen frischen Rosen, Tulpen und Gerbera – mitten in einem Wiener Blumengroßmarkt haben mutmaßliche Drogenschmuggler offenbar ein florierendes Geschäft mit Suchtgift betrieben. Wie die Polizei nun bekanntgab, wurden Ende Juni bei einer spektakulären Aktion mehr als 300 Kilogramm Cannabiskraut und über zehn Kilogramm Haschisch sichergestellt.
Ermittler der Spezialeinheit Arbeitsgruppe Maghreb des Wiener Landeskriminalamts, unterstützt von der Eliteeinheit EKO Cobra, schlugen in den frühen Morgenstunden zu, als drei Verdächtige gerade dabei waren, Drogenpakete von einem Sattelzug in einen Kleintransporter umzuladen.
Die drei Männer – 28, 36 und 52 Jahre alt, alle bosnischer Staatsangehörigkeit – sollen Teil einer gut organisierten nordafrikanisch-serbischen Tätergruppe sein. Ihr Plan: Der unscheinbare Großhandelsmarkt für Lebensmittel und Blumen im Süden Wiens sollte als perfekte Tarnung für das millionenschwere Drogengeschäft dienen.
Insgesamt 36 Kartons mit Suchtgift wurden gefunden: Elf davon waren bereits im Kleintransporter verstaut, weitere 25 Kartons entdeckten die Fahnder im Auflieger des Sattelzugs. Neben dem Rauschgift beschlagnahmten die Ermittler auch fast 22.000 Euro Bargeld, das mutmaßlich aus Drogengeschäften stammt.
Die Festgenommenen wurden noch vor Ort in Handschellen gelegt und sitzen nun in Untersuchungshaft. Die Polizei geht davon aus, dass die Bande Teil eines größeren Netzwerkes ist, das Cannabis in industriellem Maßstab nach Österreich bringt.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Laut Landeskriminalamt wird geprüft, ob es Verbindungen zu anderen europaweiten Schmugglerringen gibt. Klar ist: Der Wiener Fund ist einer der größten Cannabissicherstellungen der letzten Jahre – mitten im scheinbar harmlosen Ambiente eines Blumengroßmarkts.
Die Polizei lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Spezialeinheiten. „Dieser Schlag zeigt, wie wichtig akribische Ermittlungsarbeit und schnelle Zugriffe sind“, hieß es aus dem Innenministerium. Für die florale Fassade gilt jedenfalls: Unter bunten Blüten kann sich manchmal ein äußerst dunkles Geschäft verbergen.