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Nur jeder Fünfte Beschäftigte wurde zu Künstlicher Intelligenz geschult – Bitkom-Umfrage zeigt großen Weiterbildungsrückstand
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Nur jeder Fünfte Beschäftigte wurde zu Künstlicher Intelligenz geschult – Bitkom-Umfrage zeigt großen Weiterbildungsrückstand

2857440 (CC0), Pixabay

In deutschen Unternehmen mangelt es weiterhin massiv an gezielter Weiterbildung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hat bislang nur etwa ein Fünftel der Beschäftigten eine Schulung zum Umgang mit KI erhalten. Rund 70 Prozent gaben an, dass ihr Arbeitgeber keine entsprechende Fortbildung angeboten hat. Die übrigen Befragten machten keine Angabe oder wussten es nicht genau.

Die Zahlen überraschen vor allem vor dem Hintergrund der EU-KI-Verordnung, die seit einem Jahr in Kraft ist. Sie verpflichtet alle Unternehmen in der Europäischen Union, die KI-Systeme einsetzen, dafür zu sorgen, dass ihre Mitarbeitenden über ein angemessenes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Gemeint sind sowohl technisches Grundverständnis als auch die Fähigkeit, die Risiken und Einsatzgrenzen von KI-basierten Anwendungen einschätzen zu können – insbesondere dann, wenn KI in sensiblen Bereichen wie Personalentscheidungen, Kundenkommunikation oder Datenanalyse zum Einsatz kommt.

Die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage lassen darauf schließen, dass viele Betriebe die Anforderungen der KI-Verordnung noch nicht ausreichend umsetzen. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fehle es häufig an strategischer Einbindung des Themas in die Personalentwicklung. Auch Unsicherheit über die konkrete Auslegung der gesetzlichen Vorschriften spiele eine Rolle.

Die digitale Qualifizierung der Belegschaft ist jedoch ein zentraler Baustein für einen verantwortungsvollen und erfolgreichen KI-Einsatz im Unternehmensalltag. Fehlende Schulungen bergen nicht nur rechtliche Risiken, sondern können auch zu Fehlentscheidungen, Vertrauensverlust bei Kundinnen und Kunden sowie internen Akzeptanzproblemen führen.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst mahnt daher zu mehr Engagement bei der betrieblichen Weiterbildung: KI sei kein Zukunftsthema, sondern bereits Realität in vielen Unternehmensprozessen – von der Texterstellung über die Bildverarbeitung bis hin zur automatisierten Entscheidungsunterstützung. Es reiche nicht aus, einzelne Fachabteilungen oder IT-Teams zu schulen – KI-Verständnis müsse zur allgemeinen Basiskompetenz werden, ähnlich wie digitale Grundkenntnisse.

Auch Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen fordern, dass Beschäftigte frühzeitig auf die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz vorbereitet werden. Nur mit Weiterbildung, Aufklärung und Partizipation lasse sich vermeiden, dass KI zu einem Spaltungsfaktor im Unternehmen werde – zwischen den „Wissenden“ und jenen, die außen vor bleiben.

Fazit: Die Bitkom-Umfrage zeigt deutlich, dass die Kluft zwischen technologischem Fortschritt und betrieblicher Realität beim Thema KI noch groß ist. Damit Unternehmen nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllen, sondern auch wettbewerbsfähig bleiben, ist eine offensive Qualifizierungsoffensive notwendig – möglichst flächendeckend, praxisnah und inklusiv.

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