In Deutschland nimmt die Zahl der Geldautomaten und Bankfilialen seit Jahren spürbar ab. Dennoch gilt die Bargeldversorgung nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank als flächendeckend gesichert. Mit über 50.000 Geldausgabeautomaten liegt Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau. Das bedeutet, dass Verbraucher in den meisten Regionen problemlos Zugang zu Bargeld haben.
Gleichzeitig weist die Bundesbank auf strukturelle Veränderungen hin, die das Netz der Bargeldversorgung unter Druck setzen. Der Rückgang betrifft vor allem ländliche Regionen und kleinere Städte, in denen sich der Betrieb von Automaten oder Filialen wirtschaftlich häufig nicht mehr rechnet. Der Trend wird zusätzlich durch einen Wandel im Zahlungsverhalten begünstigt: Immer mehr Menschen bezahlen mit Karte oder mobilen Anwendungen, was die Nachfrage nach Bargeld reduziert.
Ein weiterer Faktor sind die Betriebskosten und Sicherheitsrisiken. Die Wartung von Geldautomaten, insbesondere die Sicherheitsmaßnahmen gegen Sprengungen und Diebstahl, ist für Banken und Betreiber kostenintensiv. Infolge dessen werden Automaten häufig stillgelegt, wenn sie unterdurchschnittlich genutzt werden oder aus Sicht der Betreiber als nicht rentabel gelten.
Um dennoch eine wohnortnahe Bargeldversorgung aufrechtzuerhalten, setzt die Bundesbank auf verstärkte Kooperationen. Dabei kommen verschiedene Modelle in Betracht: etwa gemeinsame Automaten mehrerer Banken, bargeldbezogene Angebote im Einzelhandel (zum Beispiel Bargeldauszahlung beim Einkauf), mobile Bargeldversorgung über sogenannte Bankbusse oder die Beteiligung von Kommunen an Versorgungsmodellen in abgelegenen Regionen.
Trotz des digitalen Wandels bleibt Bargeld für viele Menschen in Deutschland ein wichtiges Zahlungsmittel. Gerade ältere Bürgerinnen und Bürger, einkommensschwächere Gruppen oder Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsformen sind auf physisches Bargeld angewiesen. Auch in Krisensituationen spielt Bargeld eine wichtige Rolle, da es unabhängig von technischer Infrastruktur oder Stromversorgung genutzt werden kann.
Der Rückgang der Automatendichte ist somit kein unmittelbares Risiko, stellt aber langfristig eine Herausforderung für die gleichwertige Versorgung in allen Teilen des Landes dar. Die Bundesbank plädiert für rechtzeitige Anpassungen und neue Versorgungskonzepte, um regionalen Versorgungslücken vorzubeugen und den Zugang zu Bargeld als Teil der Daseinsvorsorge zu erhalten.