Dark Mode Light Mode

BRICS-Staaten kritisieren US-Zölle und fordern multilateralen Handel

kirill_makes_pics (CC0), Pixabay

Die elf BRICS-Staaten haben auf einem Gipfeltreffen in Brasilien deutliche Kritik an der Handelspolitik der USA unter Präsident Donald Trump geäußert. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sie „ernsthafte Bedenken“ über die wachsende Zahl von einseitig verhängten Zöllen, die nach Ansicht des Bündnisses den globalen Handel verzerren und den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) widersprechen.

In der Erklärung heißt es, diese Maßnahmen seien „willkürlich“ und trügen zur Destabilisierung des Welthandels bei. Zugleich fordern die BRICS-Staaten einen fairen, transparenten und regelbasierten Multilateralismus, in dem Handelskonflikte über internationale Institutionen und nicht über nationale Alleingänge geregelt werden.

Das BRICS-Bündnis umfasst mittlerweile elf Staaten, darunter China, Russland, Indien, Brasilien, Südafrika sowie neuere Mitglieder wie Ägypten, Iran und Äthiopien. Zusammen repräsentieren sie rund 50 % der Weltbevölkerung und etwa 40 % der globalen Wirtschaftsleistung – Tendenz steigend.

Geopolitischer Kontext

Die Kritik am US-Zollregime erfolgt vor dem Hintergrund einer neuen Welle protektionistischer Maßnahmen, die Washington unter Präsident Trump 2.0 angekündigt hat. Darunter sind unter anderem neue Importzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, Stahl und Halbleiterprodukte. Die Maßnahmen werden von US-Seite mit dem Schutz nationaler Interessen, wirtschaftlicher Sicherheit und dem Kampf gegen „unfaire Handelspraktiken“ begründet.

Die BRICS-Staaten sehen darin jedoch eine Rückkehr zum wirtschaftlichen Unilateralismus und warnen vor einer Eskalation des internationalen Handelskonflikts, der bereits seit der ersten Trump-Amtszeit zwischen den USA und China andauert. Auch der globale Süden befürchtet eine weitere Marginalisierung in den Weltmärkten, da Entwicklungsländer besonders anfällig für Handelsbarrieren sind.

Erweiterte Kritik: Iran und Gaza

Über die Handelspolitik hinaus nutzte das BRICS-Bündnis das Gipfeltreffen auch für deutliche politische Stellungnahmen: So wurde der wiederholte militärische Druck auf den Iran ebenso verurteilt wie der anhaltende Krieg im Gazastreifen. Die Staaten riefen zu einem sofortigen Waffenstillstand auf und forderten die Einhaltung internationalen Rechts und humanitärer Prinzipien.

Einordnung

Die aktuelle BRICS-Erklärung zeigt deutlich, dass sich das Bündnis zunehmend als kontrapolare Kraft zur westlich dominierten Weltordnung versteht. Die Kritik an US-Zöllen, Militärinterventionen und einseitigen Sanktionen unterstreicht die Ambitionen, eigene wirtschafts- und sicherheitspolitische Strukturen zu stärken – etwa durch den Aufbau alternativer Zahlungssysteme, neuer Handelsabkommen oder regionaler Konfliktlösungsmechanismen.

Der globale Einfluss der BRICS-Staaten wächst weiter – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als geopolitischer Akteur mit einer eigenen Agenda, die auf Multipolarität, Souveränität und regionale Selbstbestimmung abzielt

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Keine Mittel für ein Verfahren: Insolvenz der Zebra two GmbH mangels Masse abgewiesen

Next Post

CSSF-Warnung: FastRecoverySolution bietet unerlaubte Finanzdienstleistungen an