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Frankfurter – Value Focus Fund: Fundament stark, Performance enttäuschend – ein Jahr im Zeichen der Herausforderungen

geralt (CC0), Pixabay

Zusammenfassung aus Sicht eines Anlegers
Der Frankfurter – Value Focus Fund verfolgt einen langfristig orientierten Value-Investing-Ansatz, bei dem eigentümergeführte Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen („economic moat“) und Sicherheitsmarge im Fokus stehen. Das Fondsmanagement betont sein „Business Owner“-Denken sowie die aktive Steuerung durch Behavioral-Finance-Elemente.

Im Jahr 2024 jedoch konnte der Fonds diese Philosophie nicht in eine positive Performance umsetzen. Trotz stabiler fundamentaler Ausrichtung und sorgfältiger Auswahl sank der Wert des Fondsvermögens um rund 19 % (Anteilklasse P: -17,3 %; Anteilklasse R: -18,4 %). Dies steht im starken Gegensatz zur Entwicklung vieler Leitindizes (z. B. MSCI World +17 %, DAX +19 %), die besonders durch US-Technologieaktien getrieben wurden.

Wichtige Eckdaten
Fondsvermögen: Reduktion von ca. 38 Mio. EUR auf 30,4 Mio. EUR

Aktienquote: Sehr hoch, ca. 94 % am Jahresende, davon 37 % deutsche Titel

Branchenschwerpunkte: Technologie (ca. 33 %), Kommunikation (ca. 25 %), Industrie (ca. 17 %)

Liquiditätsquote: gering, Cash nur als strategische Reserve

„Schwer liquidierbare Investments“: Anteil stieg auf ca. 22,6 %

Stärken und strategische Ausrichtung
Konsequent langfristig: Fokus auf qualitativ hochwertige, oft eigentümergeführte Unternehmen

„Margin of Safety“-Philosophie für Einstieg und aktives Hedging bei Überbewertungen

Konzentration auf „Bewährte Gewinner“ zur Stärkung der Liquidität und Reduktion von Klumpenrisiken

Stringentes Risikomanagement (z. B. Leverage-Begrenzung, aktive Absicherung über Futures)

Schwächen und Risiken
Deutliche Underperformance im Vergleich zu globalen Indizes, was Anleger in Frage stellen lässt, ob der Value-Ansatz in Zeiten von Wachstums- und Tech-getriebenen Märkten attraktiv bleibt

Hohe Volatilität und starker Fokus auf Nebenwerte führen zu zusätzlichen Risiken

Liquiditätsengpässe: über 22 % schwer veräußerbare Investments können in Stressphasen problematisch sein

Negative Nettoerträge: Hohe Verluste aus Veräußerungsgeschäften und deutliche Wertminderungen führen zu einem negativen Jahresergebnis von rund -6,5 Mio. EUR

Bewertung für Anleger
Der Fonds bleibt seiner Strategie treu und verfolgt langfristig einen disziplinierten Value-Ansatz. Für geduldige, risikobereite Anleger mit einem langen Horizont kann dies weiterhin attraktiv sein. Kurz- bis mittelfristig jedoch ist die hohe Abhängigkeit von europäischen Nebenwerten, das Festhalten an Value-Titeln sowie der hohe Anteil an illiquiden Positionen ein klarer Belastungsfaktor.

Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Fonds in turbulenten Marktphasen überdurchschnittlich stark schwanken kann und in Jahren wie 2024 hinter breiten Indizes deutlich zurückbleibt.

Die Strategie „Buy when others are fearful“ bleibt intakt, aber Geduld und Überzeugung sind gefragt. Für rein renditeorientierte Anleger ohne Value-Überzeugung könnte die deutliche Underperformance jedoch ein Anlass zur Neubewertung der Beteiligung sein.

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