Der ehemalige Boxweltmeister Julio César Chávez Jr. (39) ist am 3. Juli von US-Einwanderungsbehörden (ICE) festgenommen worden. Ihm droht nun die sofortige Abschiebung in sein Heimatland Mexiko. Laut dem US-Heimatschutzministerium (DHS) besteht ein aktiver Haftbefehl gegen Chávez wegen mutmaßlicher Verbindungen zur organisierten Kriminalität sowie dem illegalen Handel mit Waffen, Munition und Sprengstoff.
Die Festnahme erfolgte nur wenige Tage nach Chávez’ Niederlage gegen den YouTuber und Boxer Jake Paul. Das Duell fand am 29. Juni im Honda Center in Anaheim, Kalifornien statt – Paul gewann nach Punkten klar.
Chávez reiste mit Touristenvisum ein
Laut Behörden reiste Chávez im August 2023 legal mit einem B2-Touristenvisum in die USA ein. Dieses lief im Februar 2024 ab. Dennoch wurde ihm im Januar 2024 unter der Biden-Regierung erneut die Einreise an der Grenze in San Ysidro (Kalifornien) gestattet – im Rahmen einer sogenannten „Parole“, einer vorübergehenden humanitären Duldung.
Die ICE-Agenten nahmen Chávez in Studio City, einem Viertel von Los Angeles, fest. Laut Associated Press fuhr er zu diesem Zeitpunkt auf einem Motorroller nahe seines Wohnorts.
Vorstrafen in den USA
Bereits im Januar 2024 war Chávez in Los Angeles wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden. Die Polizei entdeckte zwei nicht registrierte Gewehre (sogenannte „Ghost Guns“). Chávez plädierte auf „nicht schuldig“ und wurde in ein Entzugsprogramm aufgenommen. Dieses läuft noch, wie aus einem Fortschrittsbericht vom 18. Juni hervorgeht.
Ein Gerichtsdokument erlaubt ihm zwar grundsätzlich Reisen, verpflichtet ihn jedoch zur sofortigen Rückmeldung bei Programmabbruch oder unbefugtem Verlassen der Maßnahme.
Kritik an Einwanderungspolitik
Chávez hatte sich vor dem Kampf gegen Jake Paul öffentlich zu den zunehmenden Einwanderungsrazzien in Los Angeles geäußert. „Es hat mir Angst gemacht – das ist sehr hässlich“, sagte er der Los Angeles Times. Er kritisierte die Gewalt und das Verhalten von Beamten, die maskiert und ohne Kennzeichnung Menschen festnahmen – oft vor den Augen ihrer Kinder.
Sportlich angeschlagen
Der Sohn der mexikanischen Boxlegende Julio César Chávez Sr. war 2011/12 WBC-Weltmeister im Mittelgewicht. In den letzten Jahren ließ seine sportliche Bilanz jedoch nach: Er verlor vier seiner letzten sieben Kämpfe. Gegen Jake Paul fand er erst in den Schlussrunden ins Geschehen, konnte aber keinen Akzent mehr setzen.
Die Urteile der Punktrichter fielen klar aus: 99-91, 97-93 und 98-92 zugunsten von Paul.