Inmitten der üblichen Dramen, Flirts und Herausforderungen in Staffel 7 von Love Island USA sorgt nun ein ernstes Thema für Aufsehen: Cybermobbing gegen Teilnehmende und ihre Angehörigen. Nachdem Fans auf Social Media zunehmend beleidigende Kommentare über das Aussehen einzelner Inselbewohner*innen sowie deren Familien posteten, reagierte die Produktion mit einem eingeblendeten Hinweis:
„Das Schlüsselwort in Love Island ist… Liebe. Wir lieben unsere Fans. Wir lieben unsere Inselbewohner*innen. Was wir nicht lieben: Cybermobbing, Belästigung und Hass.“
Auch Moderatorin Ariana Madix sprach das Thema in der Nachbereitungssendung Aftersun an und rief Fans auf, negative Posts zu löschen.
Fans kritisieren Doppelmoral
Einige Zuschauer*innen reagierten jedoch kritisch: Wie könne man sich öffentlich gegen Mobbing aussprechen, während in der Show selbst Spannungen forciert und Konflikte bewusst inszeniert würden?
Die Medienwissenschaftlerin Patrice Oppliger (Boston University) erklärte dazu, Reality-TV sei oft ein „Wettlauf um Aufmerksamkeit“, bei dem extreme Reaktionen gezielt provoziert würden. Die Produktionsweise – mit selektiver Schnittführung und konfrontativen Herausforderungen – sei darauf ausgelegt, Drama zu erzeugen.
Trotzdem begrüßte Oppliger die öffentliche Positionierung der Show gegen Online-Hass. Die Botschaft sei jedoch zu oberflächlich und wenig konkret gewesen. „Sie war zu weich formuliert und hat die Gefahren von Cybermobbing nicht klar benannt“, so die Expertin.
Psychische Belastung der Kandidat*innen
Teilnehmerin Vanna Einerson, die in Staffel 7 stark online angefeindet wurde, äußerte im Podcast Viall Files massive Kritik am Produktionsablauf: Nur 24 Stunden nach ihrer Zusage sei sie nach Fidschi geflogen worden – ohne Vorbereitung, ohne Stylinggeräte, ohne mentale Vorbereitung.
Die Produzenten betonen, dass die Teilnehmenden im Vorfeld über Risiken und Chancen informiert und psychologisch betreut würden. Dennoch mehren sich Stimmen ehemaliger Inselbewohner*innen, die sich über unfaire Bedingungen und mangelnde Unterstützung beklagen.
Plädoyer für Medienkompetenz
Oppliger betonte die Bedeutung von Medienbildung: Viele Zuschauer*innen würden vergessen, dass Reality-TV nicht real sei, sondern inszeniert. Damit einher ginge eine verstärkte emotionale Reaktion auf Figuren, die vermeintlich authentisch seien – was Hass im Netz begünstigen könne.
„Verantwortung tragen viele – von Produzenten bis zu den Zuschauenden“, sagte sie.