Italien verschärft die Vorschriften für E-Scooter: Künftig müssen alle Nutzerinnen und Nutzer ein persönliches Kennzeichen an ihrem Fahrzeug anbringen. Ziel der neuen Regelung ist es, die wachsende Zahl von Unfällen mit E-Scootern besser kontrollieren und zurückverfolgen zu können. Allein seit Jahresbeginn wurden bereits 13 tödliche Unfälle im Zusammenhang mit den beliebten Elektrokleinstfahrzeugen registriert.
Kennzeichen ist personengebunden – nicht fahrzeugbezogen
Im Unterschied zum klassischen Kfz-Kennzeichen ist die neue Plakette nicht an das E-Scooter-Modell, sondern an die fahrende Person gebunden. Sie besteht aus einer Kombination aus drei Buchstaben und drei Zahlen und wird als plastifizierter, nicht ablösbarer Aufkleber ausgegeben.
Dieser muss sichtbar und dauerhaft am Fahrzeug angebracht werden – idealerweise am hinteren Schutzblech. Falls dort kein Platz vorhanden ist, ist auch eine Befestigung am Lenker erlaubt. Zusätzlich trägt die Plakette das italienische Staatswappen, was ihre offizielle Gültigkeit unterstreicht.
Inkrafttreten und Ziel der Maßnahme
Das entsprechende Dekret wird in zwei Wochen mit Veröffentlichung im Amtsblatt rechtskräftig. Damit haben die Behörden ein rechtliches Instrument zur besseren Nachverfolgbarkeit und Kontrolle von E-Scooter-Fahrten geschaffen.
Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen staatlichen Ansatzes zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im urbanen Raum. Neben strengeren Regeln für das Abstellen und Fahren von E-Scootern, zielt das Kennzeichen-System auch auf eine bessere Identifikation im Falle von Unfällen, Ordnungswidrigkeiten oder Verkehrsverstößen ab.
Hintergrund: E-Scooter unter Druck
Mit dem Boom der Mikromobilität steigen auch die Herausforderungen für Städte und Verkehrssicherheit. Besonders in Metropolen wie Rom, Mailand oder Neapel kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Unfällen mit schweren oder sogar tödlichen Folgen – oft unter Beteiligung von E-Scootern. Häufige Probleme sind überhöhte Geschwindigkeit, rücksichtsloses Fahren sowie mangelnde Regelkenntnis vieler Nutzerinnen und Nutzer.
Die Einführung einer Kennzeichnungspflicht ist daher ein deutliches Signal: Italien will die E-Scooter-Nutzung regulieren und zugleich mehr Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr schaffen. Die neuen Plaketten sollen den anonymen Charakter vieler E-Scooter-Fahrten beenden und eine bessere Rückverfolgbarkeit bei Verstößen ermöglichen.
Fazit
Italien geht mit gutem Beispiel voran und schafft erstmals europaweit ein personenbezogenes Kennzeichensystem für E-Scooter. Die Maßnahme ist ein Schritt in Richtung mehr Sicherheit, Kontrolle und Ordnung im Umgang mit elektrischer Mikromobilität – und könnte bald auch in anderen Ländern Schule machen.