Ein Vorstoß, der Aufsehen erregen dürfte: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant direkte Gespräche mit der radikal-islamischen Taliban-Regierung in Afghanistan. Ziel: Ein Abkommen, um straffällige Asylbewerber künftig dorthin abschieben zu können. Das sagte Dobrindt dem Magazin Focus.
Bislang ist die Taliban-Regierung international weitgehend isoliert. Westliche Staaten erkennen sie nicht offiziell an – offizielle Verhandlungen gelten als heikel. Doch Dobrindt argumentiert: „Wir brauchen klare Absprachen, damit kriminelle Asylbewerber unser Land verlassen müssen.“
Wie solche Gespräche ablaufen könnten, ist völlig offen. Kritiker warnen vor einem politischen Dammbruch – schließlich regieren die Taliban mit harter Hand, unterdrücken Frauenrechte massiv und stehen international wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik.
Ob es zu konkreten Verhandlungen kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Mit seinem Vorstoß setzt Dobrindt ein Signal – und eröffnet eine Debatte, die nicht nur innenpolitisch Sprengstoff birgt, sondern auch Europas Verhältnis zu Afghanistan auf die Probe stellen könnte.