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Hitzefrei im Job? Diskussion um besseren Schutz für Beschäftigte bei Sommerhitze

Tay_Kim (CC0), Pixabay

Mit den steigenden Temperaturen nehmen auch die Forderungen nach besseren Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu. Vor allem in körperlich belastenden Berufen wird der Ruf nach „Hitzefrei“ lauter – ähnlich wie in südeuropäischen Ländern, wo flexible Arbeitszeiten oder sogar Arbeitsverbote in der Mittagshitze längst üblich sind.

Keine klare gesetzliche Regelung in Deutschland

In Deutschland gibt es bisher keine gesetzlich verankerte Regelung für hitzefrei am Arbeitsplatz. Zwar sieht die Arbeitsstättenverordnung vor, dass Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen müssen, wenn die Raumtemperatur 26 Grad überschreitet – etwa durch Ventilatoren, Lockerung der Kleiderordnung oder Bereitstellung von Getränken. Ab 30 Grad sollen zusätzliche Maßnahmen erfolgen, ab 35 Grad gilt ein Raum ohne spezielle technische Schutzvorkehrungen als „nicht mehr zum Arbeiten geeignet“.

Forderungen nach gesetzlicher Nachbesserung

Gewerkschaften und Arbeitsschutzexperten fordern jetzt eine gesetzliche Nachbesserung – insbesondere für Berufe im Freien, etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder im Straßenbau. Dort sind Arbeitnehmer teils stundenlang direkter Sonneneinstrahlung und großer Hitze ausgesetzt. Auch Büroangestellte in nicht klimatisierten Räumen leiden zunehmend unter der Wärme.

Vorbilder aus Südeuropa

In Spanien etwa sind Siesta-Regelungen oder flexible Arbeitszeiten längst Standard. In Extremfällen wird dort bei Temperaturen über 40 Grad sogar das Arbeiten im Freien zeitweise verboten. Auch Italien kennt temporäre Arbeitsverbote bei großer Hitze. In Deutschland wird ein solches Vorgehen bislang nur auf freiwilliger Basis umgesetzt – etwa durch Homeoffice-Angebote oder verkürzte Arbeitszeiten.

Arbeitgeber in der Verantwortung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert, Arbeitgeber stärker in die Pflicht zu nehmen: „Wer seine Beschäftigten in der Sommerhitze schuften lässt, gefährdet ihre Gesundheit“, so ein Sprecher. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mahnt zu mehr Sensibilität für die gesundheitlichen Risiken durch Hitze, darunter Kreislaufprobleme, Konzentrationsschwächen und ein erhöhtes Unfallrisiko.

Fazit

Angesichts des Klimawandels und immer heißerer Sommer stellt sich die Frage, ob bestehende Regeln noch ausreichen – oder ob Deutschland, ähnlich wie seine südlichen Nachbarn, neue Wege gehen muss. Die Debatte um Hitzeschutz und hitzefreie Zeiten dürfte daher in den kommenden Monaten an Fahrt gewinnen.

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