Ein Brand im Waldgebiet von Canfield Mountain nahe der Stadt Coeur d’Alene im US-Bundesstaat Idaho endete am Sonntag in einer Tragödie: Zwei Feuerwehrleute wurden bei einem Hinterhalt tödlich erschossen, ein weiterer wurde schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 20-jähriger Mann namens Wess Roley, wurde später tot aufgefunden.
Nach Angaben des Sheriffs von Kootenai County, Bob Norris, hatte Roley offenbar absichtlich ein Feuer gelegt, um Einsatzkräfte anzulocken – und anschließend aus dem Hinterhalt auf sie zu schießen. Rund 300 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Bundesbehörden waren im Einsatz. Die Leiche des Täters wurde mithilfe von Handydaten lokalisiert.
„Das war ein gezielter Hinterhalt – die Feuerwehrleute hatten keine Chance“, erklärte Sheriff Norris.
Schütze kletterte auf Baum und eröffnete Feuer
Laut Ermittlungen soll Roley aus einer Familie von Baumpflegern stammen und sich während der Tat auf einem Baum befunden haben. Ein Feuerstahl zum Entzünden von Feuer wurde bei ihm gefunden, ebenso eine Schrotflinte. Ob weitere Waffen im Spiel waren, wird noch geprüft. Roley lebte demnach zuletzt in seinem Auto und hatte bereits mehrere, jedoch harmlose Kontakte mit der Polizei – meist wegen Hausfriedensbruch.
Ein Motiv ist bislang unklar. Roley habe laut seinem Großvater einst den Wunsch geäußert, selbst Feuerwehrmann zu werden, was nun umso rätselhafter wirke. Ein mögliches Zurückweisen seiner Bewerbung werde derzeit geprüft.
Erste Reaktionen und landesweite Anteilnahme
Der Gouverneur von Idaho, Brad Little, ordnete an, alle Flaggen im Bundesstaat auf Halbmast zu setzen. In einer Erklärung sprach er von einem „abscheulichen Angriff“ auf Menschen, die täglich ihr Leben für andere riskieren:
„Idaho trauert um die verlorenen Feuerwehrleute. Unser Mitgefühl gilt ihren Familien, Kameraden und der gesamten Einsatzgemeinschaft.“
Auch der US-Senat unterbrach am Sonntag kurzfristig seine Beratungen über ein großes Gesetzespaket, um der Opfer zu gedenken.
Schock in der Bevölkerung
In der betroffenen Region herrscht tiefe Erschütterung. Die 80-jährige Anwohnerin Linda Tiger sagte gegenüber der BBC:
„So etwas hat es hier noch nie gegeben.“
Ein Radfahrer berichtete, er habe beim Abstieg vom Berg mehrere Schüsse gehört. Erst Stunden später konnten die Flammen durch die Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden – das Feuer hatte sich über etwa 26 Hektar ausgebreitet.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. Die Behörden durchsuchen derzeit das Fahrzeug des Täters nach Hinweisen auf ein mögliches Motiv oder weitere geplante Taten.