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Diddy-Prozess: Jury beginnt Beratungen – Sorge um uneinigen Geschworenen

MoFarrelly (CC0), Pixabay

Im aufsehenerregenden Strafprozess gegen Musikmogul Sean „Diddy“ Combs hat die Jury in Manhattan mit der Beratung über ein Urteil begonnen. Dem 55-jährigen Produzenten und Unternehmer droht bei Verurteilung lebenslange Haft, unter anderem wegen sexueller Ausbeutung, Menschenhandel und Beteiligung an krimineller Verschwörung.

Am Nachmittag des ersten Beratungstags sorgte ein besorgniserregender Hinweis aus dem Geschworenengremium für Aufmerksamkeit: In einer schriftlichen Mitteilung an den vorsitzenden Richter Arun Subramanian äußerten die Juroren Zweifel, ob ein Mitglied – Juror Nr. 25 – den rechtlichen Anweisungen des Gerichts folgen könne.

Trotz der Warnung entschied Subramanian, den Geschworenen nicht zu ersetzen, sondern das Gremium lediglich an seine Pflichten zu erinnern. Der betreffende Juror ist laut Angaben ein promovierter Biologe aus Manhattan.

Grafische Aussagen belasten Diddy schwer

Im Laufe des knapp zweimonatigen Prozesses kamen mehr als 30 Zeugen zu Wort, darunter mehrere Ex-Partnerinnen, frühere Mitarbeitende und Partygäste. Die Aussagen zeichnen das Bild eines Mannes, der über Jahre hinweg ein Netzwerk aus Missbrauch, Einschüchterung und Drogenmissbrauch organisiert haben soll.

Die Bundesanwaltschaft warf Combs unter anderem vor, sogenannte „Freak-Offs“ organisiert zu haben – ausufernde, oft tagelange Sexpartys mit zwielichtigen Praktiken. Besonders belastend war die Aussage seiner Ex-Freundin Cassie Ventura, die von körperlicher Gewalt, Zwang und sexuellen Erniedrigungen sprach.

Verteidigung spricht von „Liebesgeschichte“

Diddys Anwalt Marc Agnifilo bemühte sich, die Vorwürfe zu entkräften, sprach von einer verzerrten Darstellung eines „konsensuellen Lebensstils“ und kritisierte die Medienaufmerksamkeit rund um den Fall. In seiner Schlussrede rief er die Jury dazu auf, Combs freizusprechen und „ihn zu seiner Familie zurückzubringen“.

Kritik an Jurymitglied und emotionale Aussagen

Die Debatte um Juror Nr. 25 – ein Naturdokumentationsfan und Opernliebhaber – könnte die Beratungen verlangsamen. Richter Subramanian betonte, dass ein Urteil nur bei Einstimmigkeit gefällt werden kann und die Geschworenen sich strikt an die Beweise und Rechtsbelehrungen halten müssen.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem RICO-Gesetz, mit dem die US-Staatsanwaltschaft normalerweise kriminelle Organisationen verfolgt. Laut Anklage nutzte Combs seinen Einfluss, um Machtmissbrauch, sexuelle Ausbeutung und Schweigegeldzahlungen zu orchestrieren.

Strafe bei Schuldspruch: bis zu lebenslange Haft

Wird Combs für Menschenhandel verurteilt, drohen ihm mindestens 15 Jahre Gefängnis, bei einem Schuldspruch wegen krimineller Verschwörung (Racketeering) sogar lebenslange Haft. Die Jury kann auch zu einem gemischten Urteil kommen.

Combs selbst hat nicht ausgesagt. Während der Richter die Jury instruierte, beobachtete er das Gremium aufmerksam. Er bleibt bis zum Urteil in Untersuchungshaft.


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