Die New York Knicks und Dawn Staley – könnte daraus tatsächlich Basketballgeschichte werden? Medienberichten zufolge hat die NBA-Franchise beim dreifachen NCAA-Champion-Coach und Gesicht des Frauen-Basketballs in den USA wegen der vakanten Trainerstelle angefragt. Ein Schritt, der nicht nur das Ende einer Ära in South Carolina bedeuten könnte, sondern auch den Anfang einer noch nie dagewesenen.
Staley: Eine Ikone mit Format für die große Bühne
Dawn Staley, 55, hat längst alles erreicht, was im College-Basketball der Frauen möglich ist. Drei nationale Titel mit den Gamecocks, eine unerschütterliche Erfolgsbilanz, olympisches Gold als Spielerin und Coach – und eine Strahlkraft, die weit über die Grenzen des Sports hinausreicht. Doch nun steht womöglich die größte Herausforderung ihrer Karriere bevor: ein Wechsel in die NBA, zu einer der traditionsreichsten und medial präsentesten Teams der Liga – den New York Knicks.
Ein Anruf aus dem Madison Square Garden
Wie der Sportdirektor von South Carolina, Jeremiah Donati, bestätigte, haben die Knicks Staley offiziell kontaktiert. Bereits 2021 hatte sie sich mit den Portland Trail Blazers zu einem Interview getroffen – ernsthafte Gespräche, doch ohne Ergebnis. Nun scheint der Moment gekommen, an dem Träume von einer weiblichen NBA-Cheftrainerin realistisch werden.
Pionierin oder Wächterin des Frauen-Basketballs?
Pat Summitt, Staleys legendäre Vorgängerin in der Coaching-Hall of Fame, hielt 1997 wenig von einem Wechsel ins Männergeschäft. Für sie wäre es ein Rückschritt gewesen – ihr Team war erfolgreicher als viele Männermannschaften. Ähnlich denkt Staley seit Jahren: Sie braucht den NBA-Stempel nicht, um Größe zu beweisen.
Doch während Summitt sich bewusst gegen das „nächste Level“ entschied, steht Staley heute an einem anderen Punkt. Die NBA – und vor allem die Knicks – bieten nicht nur neue sportliche Herausforderungen, sondern auch eine Bühne, die weit mehr gesellschaftliche Strahlkraft hätte als jeder weitere Titel mit den Gamecocks.
Kein Risiko, nur Möglichkeiten
Ein Wechsel zur NBA wäre für Staley kaum ein Risiko. Sollte sie scheitern, stünde ihr die College-Welt mit offenen Armen wieder zur Verfügung. Sollte sie Erfolg haben, würde sie Geschichte schreiben – als erste Frau auf der Cheftrainerbank eines NBA-Teams. Ein Sieg für Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Vielfalt im Profisport.
Vertraute Gesichter, neue Regeln
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Staley kennt Knicks-Star Jalen Brunson bereits – ein bestehendes Vertrauensverhältnis, das in einer Liga voller großer Egos von zentraler Bedeutung ist. Ganz anders wäre die Situation etwa mit Becky Hammon, deren frühere öffentliche Kritik an Brunsons Format als Franchise-Spieler wohl für eine angespannte Atmosphäre sorgen könnte.
Fazit: Ein mutiger Schritt mit Leuchtkraft
Ob Dawn Staley den Sprung wagt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der Moment wäre reif. Sie hat nichts mehr zu beweisen – aber noch viel zu bewegen. Und wer weiß: Vielleicht ist sie diejenige, die einen Pfad ebnet, den selbst Legenden wie Pat Summitt nie betreten haben.