Während im Süden Kaliforniens der „Wolf Fire“ bereits hunderte Hektar Land zerstört und Evakuierungen erzwingt, bereitet sich der Westen der Vereinigten Staaten auf eine der gefährlichsten Phasen der Waldbrandsaison vor: die Unabhängigkeitsfeier am 4. Juli.
Hauptursache: Feuerwerk
Jedes Jahr kommt es rund um den Nationalfeiertag zu einem dramatischen Anstieg von menschlich verursachten Waldbränden. „Die unsachgemäße Nutzung von Feuerwerk führt zu einem regelrechten Ausbruch an Feuern“, so Meteorologe James Aman vom Umweltanalyse-Unternehmen AEM gegenüber USA TODAY. Besonders betroffen seien Nationalparks und abgelegene Gebiete im Westen der USA, aber auch städtische Randzonen.
Wetterlage verschärft Gefahr
Neben dem menschlichen Faktor macht auch das Wetter den Behörden zu schaffen. Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnt vor einer extremen Hitzewelle im Intermountain West und Südwesten, gepaart mit trockenen Gewittern – also Blitzen ohne nennenswerten Regen.
„Die Bedingungen für Feuerstarts durch Blitze sind aktuell hoch bis sehr hoch“, teilte der NWS für Nordkalifornien mit. Die Kombination aus Trockenheit, Hitze und Wind begünstigt eine rasche Ausbreitung. Für große Teile Nordkaliforniens und Zentral-Nevadas wurde deshalb eine „Red Flag Warning“ ausgegeben – eine Warnstufe für kritisches Brandwetter.
Aktuelle Lage: 26 Großbrände, 6.000 Einsatzkräfte
Laut dem National Interagency Fire Center (NIFC) brennen aktuell 26 große, unkontrollierte Feuer in den USA. Weitere 48 Brände, vor allem in Alaska, werden beobachtet und gemanagt. In Summe verzeichnet das Land über 33.500 Feuer seit Jahresbeginn – fast 8.000 mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt. Die bislang verbrannte Fläche liegt etwa im Schnitt der vergangenen Dekade.
Besonders betroffen sind neben Alaska auch New Mexico, Arizona und Utah, wo jeweils mehrere große Brände toben.
Ausblick: Hochrisiko-Sommer erwartet
Ein Bericht des Analyseunternehmens AEM prognostiziert für Kalifornien, die Great Basin Region und die nördlichen Rocky Mountains ein dauerhaft erhöhtes Brandrisiko für den gesamten Sommer. Ursachen seien die Kombination aus anhaltender Dürre, extremen Temperaturen und angesammeltem brennbarem Material.
„Nordamerika steht ein gefährlicher Sommer bevor“, so Aman. „Schon jetzt erleben wir in den USA eine überdurchschnittliche Zahl an Waldbränden – und die Bedingungen verschärfen sich weiter.“