Plötzliches Unwetter, reißender Schlamm, verschüttete Wege: In den Tiroler Bergen haben heftige Muren und Erdrutsche am Wochenende für Chaos gesorgt – jetzt mussten mehrere Berghütten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.
Wie die Behörden mitteilten, war am Sonntag ein Helikopter des österreichischen Bundesheeres im Dauereinsatz, um rund 100 Menschen von den abgeschnittenen Hütten in Sicherheit zu bringen. Vor allem Wanderer und Hüttenwirte wurden mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen, nachdem Wege unpassierbar und Hänge instabil geworden waren.
Besonders betroffen war die 400-Einwohner-Gemeinde Gschnitz nahe dem Brennerpass. Auch die Gemeinde Neustift im Stubaital und der Bezirk Landeck meldeten mehrere Murenabgänge. Straßen wurden unterspült, Hänge abrutschten, mancherorts mussten Feuerwehr und Bergrettung in der Nacht ausrücken, um erste Schäden zu sichern.
Der Wetterdienst hatte bereits vor Starkregen und Gewittern gewarnt – doch die Kraft der Natur hat in den engen Alpentälern einmal mehr ihre ganze Wucht gezeigt. Für die Einsatzkräfte bedeutet das nun: Wege freiräumen, Schäden begutachten – und vor allem sicherstellen, dass keine weiteren Menschen in den Bergen festsitzen.
Für viele Betroffene bleibt nur die Hoffnung, dass der Regen nachlässt – und dass Wanderwege und Hütten bald wieder sicher zugänglich sind.