Mit Blick auf die aktuellen Hitzewellen warnt die Diakonie Deutschland eindringlich vor den lebensgefährlichen Folgen für wohnungslose Menschen und ruft zur Solidarität auf. Die Sozialvorständin der Diakonie, Elke Ronneberger, richtete sich am Mittwoch mit einem dringenden Appell an die Öffentlichkeit: „Die hohen Temperaturen sind für obdachlose Menschen mehr als nur unangenehm – sie können schnell zur tödlichen Gefahr werden. Es braucht jetzt Aufmerksamkeit, Menschlichkeit und konkrete Hilfe.“
Besonders gefährlich seien direkte Sonneneinstrahlung, Dehydrierung, Kreislaufversagen und Hitzschlag. Da obdachlose Menschen oft keinen Zugang zu kühlen Rückzugsorten, sauberem Trinkwasser oder medizinischer Versorgung haben, seien sie den gesundheitlichen Risiken schutzlos ausgesetzt.
Appell an Mitbürgerinnen und Mitbürger
Die Diakonie bittet die Bevölkerung, Obdachlose in diesen Tagen nicht zu übersehen, sondern auf sie zuzugehen – respektvoll und achtsam. Ronneberger betont: „Schon kleine Gesten können Leben retten: ein paar Worte, eine Flasche Wasser, ein Hinweis auf eine nahegelegene Anlaufstelle.“ Wer helfen wolle, könne auch Wasser in mitgebrachten Flaschen anbieten oder auf kühlere Schattenplätze hinweisen. „Fragen Sie höflich, ob jemand etwas braucht. Es zeigt, dass wir als Gesellschaft auch in extremen Lagen zusammenstehen.“
Forderung an Kommunen: Schnelle und unbürokratische Hilfe
Neben der Zivilgesellschaft sieht die Diakonie auch die Kommunen in der Pflicht. „Viele Städte tun bereits einiges – aber es reicht nicht“, sagt Ronneberger. Sie fordert mehr öffentliche Trinkwasserstellen, die gezielte Öffnung klimatisierter Gebäude (z. B. Bibliotheken oder Kulturzentren) für den Tagesaufenthalt sowie zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten mit guter Belüftung. Auch mobile Teams sollten ausgeweitet und auf Hitzeschutz spezialisiert werden.
Gefährdete Gruppen im Blick behalten
Die Diakonie betont, dass besonders ältere obdachlose Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen sowie Suchterkrankte besonders gefährdet sind. Oft sind diese Personen gesundheitlich vorbelastet und haben ein erhöhtes Risiko für akute Hitzeschäden. Gleichzeitig vermeiden viele aus Scham oder Misstrauen die Nutzung öffentlicher Angebote. Umso wichtiger sei es, dass Anwohner und Passanten sensibel reagieren.
Fazit: Mitmenschlichkeit ist jetzt gefragt
Angesichts des Klimawandels und immer häufiger auftretender Extremtemperaturen mahnt die Diakonie zu einem Umdenken in Politik und Gesellschaft. „Der Hitzeschutz für Wohnungslose muss Teil jeder kommunalen Daseinsvorsorge werden“, so Ronneberger. Und: „Jede und jeder Einzelne kann helfen – manchmal reicht schon ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit.“
Die Diakonie Deutschland bittet die Bevölkerung, hinzusehen, nicht wegzusehen – und damit zu zeigen, dass niemand in dieser Gesellschaft vergessen werden darf.