Im aufsehenerregenden Mordfall um vier getötete Universitätsstudenten in Idaho hat der Angeklagte Bryan Kohberger offenbar einen Plea Deal angenommen. Wie mehrere US-Medien, darunter Idaho Statesman, Fox News und ABC News, berichten, hat Kohberger einem Geständnis in allen Anklagepunkten zugestimmt – im Gegenzug wird auf die Todesstrafe verzichtet.
Kohberger, 30 Jahre alt, war wegen des Mordes an Madison Mogen (21), Kaylee Goncalves (21), Xana Kernodle (20) und Ethan Chapin (20) angeklagt worden. Die vier Studenten wurden am 13. November 2022 in einem Mietshaus nahe dem Campus der University of Idaho brutal erstochen aufgefunden. Der Fall hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt und die Kleinstadt Moscow (Idaho) wochenlang in Angst versetzt, da lange Zeit kein Verdächtiger bekannt war.
Geständnis und lebenslange Haftstrafe
Laut ABC News wurde ein Schreiben an die Angehörigen der Opfer verschickt, in dem über den Deal informiert wurde. Kohberger soll sich demnach in allen vier Fällen des Mordes schuldig bekennen. Im Gegenzug wird er vier aufeinanderfolgende lebenslange Haftstrafen verbüßen müssen – ohne Aussicht auf Berufung oder Strafverkürzung.
Ein offizielles Statement der Gerichtsbehörden in Ada County liegt bislang nicht vor. Auch auf Anfrage von USA TODAY erfolgte keine Stellungnahme.
Hintergrund: Wochenlange Ungewissheit und forensischer Durchbruch
Die grausamen Taten hatten im Herbst 2022 landesweit für Entsetzen gesorgt. Wochenlang tappten die Ermittler im Dunkeln, bis DNA-Spuren und Überwachungskameras Kohberger – einen damaligen Doktoranden der Kriminologie – mit dem Tatort in Verbindung brachten. Er wurde Ende Dezember 2022 in Pennsylvania verhaftet und nach Idaho überstellt.
Prozess abgewendet
Mit dem jetzt angenommenen Deal wird ein langwieriger und emotional belastender Strafprozess vermieden. Ursprünglich sollte das Verfahren im Herbst 2025 beginnen. Für viele Angehörige der Opfer bedeutet das Geständnis zwar juristische Klarheit – aber kein endgültiges Ende des Schmerzes.