Seit März 2024 haben sich über 330.000 Bürger in das bundesweite Organspenderegister eingetragen. Das geht aus dem ersten Jahresbericht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hervor, das die Plattform betreibt. Über 90 Prozent der bisher abgegebenen Erklärungen sprechen sich für eine Organspende im Todesfall aus – ein starkes Signal für die Bereitschaft zur Solidarität mit schwerkranken Menschen.
Ziel: Mehr Klarheit und mehr Spendenbereitschaft
Das Organspenderegister wurde geschaffen, um die individuelle Entscheidung zur Organspende digital, sicher und transparent zu dokumentieren. Damit sollen unnötige Unsicherheiten im medizinischen Ernstfall vermieden und Angehörige entlastet werden. Denn bisher mussten sie häufig ohne klare Informationen entscheiden, ob eine Organspende im Sinne der verstorbenen Person wäre. Das Register soll hier für Rechtssicherheit und Entlastung sorgen – sowohl für die Familien als auch für das medizinische Personal.
Eintrag einfach per App oder Online-Zugang
Der Zugang zum Register ist niederschwellig: Wer sich registrieren möchte, kann dies einfach online über das Portal des BfArM oder über die App der eigenen Krankenkasse tun. Die Registrierung ist freiwillig, kostenlos und kann jederzeit geändert oder widerrufen werden. Auch die Entscheidung gegen eine Organspende lässt sich ausdrücklich eintragen.
Politischer Hintergrund: Noch zu wenig Organspenden in Deutschland
Trotz einer hohen grundsätzlichen Zustimmung in der Bevölkerung zur Organspende ist die tatsächliche Spenderzahl in Deutschland seit Jahren zu niedrig. Rund 8.500 Menschen warten derzeit auf ein lebensrettendes Organ. Das neue Register ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem die Bundesregierung das Vertrauen in die Organspende stärken und die Zahl der tatsächlichen Spenden erhöhen möchte.
Kritik und Forderungen nach Widerspruchsregelung
Während das Register als Fortschritt begrüßt wird, fordern einige Mediziner und Gesundheitsexperten weiterhin die Einführung einer sogenannten Widerspruchsregelung: Danach wäre jede Person automatisch Organspender, es sei denn, sie widerspricht ausdrücklich. In Deutschland gilt derzeit jedoch weiterhin die Entscheidungslösung, bei der jede Person aktiv zustimmen muss.
Fazit
Der erfolgreiche Start des Organspenderegisters zeigt, dass viele Menschen bereit sind, ihre Entscheidung zur Organspende bewusst zu treffen und festzuhalten. Der große Anteil positiver Eintragungen könnte in Zukunft helfen, mehr Leben zu retten. Zugleich bleibt die Herausforderung bestehen, noch mehr Bürger zu einer bewussten Entscheidung zu bewegen – egal ob dafür oder dagegen.