Was klingt wie ein dystopischer Sci-Fi-Roman, ist bittere Realität: Eine bizarre Mischung aus Esoterik, Genderidentität, Waffenfetisch und KI-Fantasien hat in den USA eine blutige Spur hinterlassen. Im Zentrum: Jack Amadeus LaSota, auch bekannt unter gefühlt einem Dutzend Aliasnamen, darunter „Ziz“ – ein selbsternannter Prophet der Post-Realität, der offenbar dachte, man könne aus veganer Programmierkunst, Nomadentum in Lieferwagen und Online-Obskurantismus eine neue Weltordnung erschaffen. Spoiler: Hat nicht geklappt.
Jetzt steht LaSota vor einer Anklage – nicht wegen Mord, Verschwörung oder Gründung einer sektenähnlichen Gemeinschaft, sondern zunächst „nur“ wegen illegalen Waffenbesitzes. Dabei ist die Liste der mutmaßlichen Vergehen, in die „Ziz“ und seine Jünger:innen verwickelt sind, so lang wie ein Hacker-Manifest: Sechs Tote, ein erschossener Grenzbeamter, ein gefälschter Tod, ein Messerattentat auf einen Vermieter – und das ist nur das, was derzeit bekannt ist.
Die Bewegung, die sich rund um künstliche Intelligenz, Geschlechteridentitäten und angeblich spirituelle Transformation rankt, ist in Wahrheit ein brandgefährlicher Cocktail aus digitalem Wahn und realer Gewalt. Was als „Zukunftsvision“ begann, entpuppte sich als nihilistisches Endzeitprojekt mit .50-Kaliber-Romantik. Zwischen Boxtrucks und Bullet Journals versuchten die „Zizianer“, dem Staat und der Zivilisation Lebewohl zu sagen – allerdings nicht ohne vorher ein paar Kugeln zu verschicken.
Und nun? Der selbsternannte Guru sitzt in Haft, seine Mitstreiter:innen stehen unter Mordverdacht, und ein halbes Dutzend Menschen ist tot. Eine Tragödie, geboren aus Verschwörung, Ideologie und Narzissmus – und ein düsteres Lehrstück darüber, was passiert, wenn digitale Radikalisierung auf reale Waffen trifft.