Die Bundesliga bleibt die beste Trainer-Soap Europas. Neue Staffel, neue Wendung: RB Leipzig verpflichtet Ole Werner! Der Mann mit dem berühmten Baseball-Cap wechselt also aus dem beschaulichen Bremen ins Hochleistungs-Versuchslabor von Red Bull. Von „Wir machen das hier ganz in Ruhe“ zu „Höher! Schneller! Weiter! Jetzt sofort!“.
Man darf gespannt sein: Schafft der Norddeutsche das berühmte RB-Pressing, ohne dabei seine hanseatische Herzfrequenz von 55 Schlägen pro Minute zu überschreiten? Oder wird das am Ende eine Art taktische Mischung aus Hochgeschwindigkeit und „Wir gucken erstmal ganz in Ruhe, wie sich das entwickelt“?
Der Transfer selbst war eine Verhandlung auf Bundesliga-Niveau: Werder Bremen wollte für seinen Trainer sechs Millionen Euro Ablöse. RB Leipzig zuckte zusammen, drohte mit Abbruch, trank eine Brause, schlief einmal drüber — und zahlte dann doch. Natürlich, was soll man denn machen, wenn sonst niemand kommen will?
Jetzt übernimmt Werner also das Kommando am Cottaweg. Leipzig verkauft das Ganze als „Aufbruch“. Beobachter sprechen eher von: „Wir brauchen dringend jemanden, der hier den Laden wieder in den Griff bekommt, aber bitte ohne jeden Skandal.“ Am besten einen, der so wenig Aufregung verbreitet, dass man fast vergisst, dass überhaupt Bundesliga ist.
Und Werner passt perfekt ins Konzept: 1,89 Meter groß, sachlich, nordisch kühl, immer ein bisschen so, als würde er innerlich gerade überlegen, ob er sich heute Abend noch einen Krabbenburger gönnt oder doch lieber Matjes. Seine größte Gefahr bei RB? Dass seine berühmte Baseballkappe plötzlich von einem Marketingberater gegen ein Red-Bull-Mützchen eingetauscht wird.
Sein Auftrag? RB zurück nach Europa führen. Also zurück in die Champions League — da, wo die ganz großen Sponsoren-Werbespots laufen. Denn seien wir ehrlich: Für RB ist die Bundesliga nur das Warmlaufen fürs internationale Schaulaufen.
Aber Werner hat ja große Pläne: Sollte der Fußball mal nicht mehr klappen, will er Segeln lernen. Ein Plan B, den man bei RB vielleicht schneller braucht als gedacht. Denn zwischen Transfers, Manager-Karussell und Champions-League-Druck wird es bald heißen: „Volle Kraft voraus! Gegenwind inklusive.“
Am 14. Juli geht’s los. Bis dahin hat Werner noch ein bisschen Zeit, den Leipzig-Atlas zu studieren, seine Surfausrüstung zu checken und sich innerlich auf seine neue Aufgabe einzustellen: Bundesliga-Pressing mit hanseatischer Gelassenheit. Viel Erfolg!