Der Fußball-Weltverband FIFA hat seit der Einführung eines digitalen Schutzdienstes vor drei Jahren weltweit mehr als zehn Millionen Hasskommentare aus sozialen Netzwerken ausblenden lassen. Das teilte die Organisation mit Sitz in Zürich mit. Ziel dieser Initiative ist es, Spielerinnen und Spieler, Trainer sowie ganze Teams besser vor digitaler Hetze und Anfeindungen zu schützen, die insbesondere während großer Fußballturniere stark zunehmen.
Der Dienst analysiert die Interaktionen auf verschiedenen Social-Media-Plattformen in Echtzeit. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden beleidigende, diskriminierende oder gewaltverherrlichende Inhalte identifiziert und automatisch gefiltert, bevor sie die betroffenen Personen überhaupt erreichen. Die Technologie erkennt Kommentare in mehreren Sprachen und kann auch subtil formulierte Drohungen und Hassbotschaften zuverlässig aufspüren.
Zum Einsatz kam das System bisher bei 23 internationalen Wettbewerben, darunter Weltmeisterschaften, Jugend- und Frauenturniere sowie bei zahlreichen Qualifikations- und Freundschaftsspielen. Die FIFA sieht den digitalen Schutzschild als wichtigen Baustein im Kampf gegen Online-Missbrauch im Sport.
FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte in einer Stellungnahme, dass die Organisation eine „Null-Toleranz-Politik gegenüber Diskriminierung, Rassismus und jeglicher Form von Hassrede“ verfolge. Der Schutz der Spielerinnen und Spieler sowie aller Beteiligten habe höchste Priorität – sowohl auf dem Spielfeld als auch im digitalen Raum.
Die FIFA kündigte an, das System kontinuierlich weiterzuentwickeln und künftig auch mit anderen Sportverbänden und Plattformbetreibern stärker zusammenzuarbeiten, um ein möglichst sicheres digitales Umfeld für Athletinnen und Athleten weltweit zu schaffen.