Dark Mode Light Mode

Terry Moran nach Rauswurf bei ABC: „Mein Post war wahr und notwendig“

geralt (CC0), Pixabay

Der langjährige ABC-Reporter Terry Moran hat sich nach seiner Entlassung öffentlich zu Wort gemeldet – und verteidigt den Social-Media-Beitrag, der zu seinem Aus bei dem US-Sender führte. In einem Interview auf Substack mit dem Journalisten Tim Miller erklärte Moran: „Ich schrieb den Beitrag, weil ich dachte, dass er wahr ist.“

Der umstrittene X-Post (vormals Twitter) vom 8. Juni bezeichnete Stephen Miller, Trumps ehemaliger Berater, als „einen Mann, der vom Hass lebt“, und Donald Trump als „Weltklasse-Hasser“, der Hass als Mittel zur Selbstverherrlichung einsetze. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: ABC suspendierte Moran zunächst und kündigte später die Zusammenarbeit ganz. Der Sender erklärte, Moran habe mit seinem Kommentar gegen journalistische Standards der Objektivität verstoßen.

Moran, der seit 1997 für ABC News tätig war, widerspricht: Objektivität sei kein Ziel, Fairness und Genauigkeit seien das Entscheidende. Sein Beitrag sei kein „Betrunken-im-Bett-Tweet“ gewesen, sondern das Ergebnis intensiver Überlegungen über den Zustand des Landes. „Ich habe es getippt, gelesen und gedacht: ‚Das stimmt‘ – und dann abgeschickt.“

In dem Interview zeigt sich Moran kämpferisch: Er wirft Miller vor, mit Lügen und Hass das politische Klima in den USA zu vergiften. Dass solche Figuren Macht ausüben könnten, sei „zutiefst verstörend“.

Der Journalist kündigte an, künftig auf Substack unabhängig weiterzuarbeiten. In einem Video vom 11. Juni sagte er: „Ich kann es kaum erwarten, loszulegen – es gibt viel zu tun in dieser schwierigen Zeit für unser Land.“

Terry Moran beschreibt sich selbst nicht als besonders liberal, sondern als „Hubert-Humphrey-Demokrat“. Seine Sprache sei hart gewesen, aber notwendig: „Es war meine Beobachtung – und genau das tun Reporter.“

Die Entlassung spaltet nun Medien und Öffentlichkeit. Kritiker sprechen von einem Verstoß gegen journalistische Neutralität, Unterstützer loben Morans Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Die Debatte über die Rolle von Journalismus in polarisierten Zeiten dürfte damit erst begonnen haben.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Spektakulärer Ausbruch in New Orleans: 10 Häftlinge entkommen – politische Krise folgt

Next Post

Israels Luftangriffe treffen iranische Nuklearanlagen – Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Zerstörung