Während Donald Trump anlässlich seines 79. Geburtstags eine gewaltige Militärparade in Washington D.C. abhält, bereitet sich das Land auf einen der größten Protesttage seit Beginn seiner Präsidentschaft vor: Unter dem Motto „No Kings“ sind am heutigen Samstag über 2.000 Demonstrationen in allen 50 US-Bundesstaaten angekündigt. Millionen Menschen werden erwartet.
Protest gegen „Königspolitik und Militarisierung“
Die Bewegung „No Kings“ richtet sich laut Organisatoren gegen „autoritäre Tendenzen, Politik für Milliardäre und die Militarisierung der Demokratie“. Sie sei eine Antwort auf Trumps Inszenierung militärischer Macht und dessen Umgang mit Protesten – insbesondere nach dem massiven Einsatz von Nationalgarde und Marines in Los Angeles im Zusammenhang mit umstrittenen Einwanderungsrazzien.
Polizei vs. Protest – angespannte Sicherheitslage
In mehreren Bundesstaaten, darunter Texas, Kalifornien und Missouri, wurden bereits Nationalgardisten aktiviert. Die Spannungen steigen, nachdem in Los Angeles zuletzt Demonstranten mit Gummigeschossen und Tränengas konfrontiert wurden. Einige Polizeibehörden drohen offen mit Gewalt: „Wenn ihr mit Molotowcocktails werft oder Waffen zieht, sagen wir eurer Familie, wo sie eure Leiche abholen kann“, so der Sheriff von Brevard County, Florida.
Philadelphia statt Washington – Fokus auf Dezentralisierung
Die Hauptkundgebung findet heute nicht in der Hauptstadt, sondern in Philadelphia statt – mit bis zu 80.000 Teilnehmern. Auch in New York, Chicago, Atlanta, Phoenix und Houston werden große Menschenmengen erwartet. Allein in Kalifornien sind über 200 Protestaktionen geplant.
Protest trotz Drohungen – friedlich, aber laut
Die Veranstalter rufen zu friedlichem Protest auf und haben über 4.000 lokale Organisator:innen in Online-Schulungen auf den Tag vorbereitet. „Unsere Botschaft ist klar“, so ein Sprecher: „In Amerika gibt es keine Könige.“
Trotz massiver Überwachung und Einschüchterungsversuche hoffen sie auf ein historisches Zeichen gegen eine autoritäre Entwicklung der US-Demokratie.
Fazit:
Am Geburtstag des Präsidenten marschieren Panzer durch Washington – aber draußen auf den Straßen formiert sich Widerstand: friedlich, bunt, entschlossen. Denn viele Amerikanerinnen und Amerikaner sagen an diesem 15. Juni laut und deutlich: „Wir feiern keine Könige – wir verteidigen unsere Republik.“