Der britische Premierminister Keir Starmer reist am heutigen Samstag nach Kanada, um sich mit Premierminister Mark Carney zu treffen – einst Chef der Bank of England, heute Regierungschef seines Heimatlandes.
Ort des Treffens: Ottawa
Zeitpunkt: Samstagabend
Anlass: Vor dem G7-Gipfel, der am Sonntag im kanadischen Alberta beginnt
Worum geht’s?
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Sicherheit und Handel. Offiziell heißt es, man wolle die „langjährige wirtschaftliche und sicherheitspolitische Partnerschaft“ beider Länder stärken. Inoffiziell dürfte es auch um das schwierige Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump gehen – und wie man künftig mit seiner Politik umgeht.
Hintergrund: Zähe Handelsbeziehung
Die Handelsverhandlungen zwischen Großbritannien und Kanada waren Anfang 2024 ins Stocken geraten – Streitpunkt: britisches Rindfleisch und kanadischer Käse. Seitdem wurde zwar weiter kommuniziert, aber laut britischen Regierungsquellen „nicht wirklich ernsthaft“.
Politisches Knistern mit Trump
Während Starmer dem US-Präsidenten auffallend freundlich gegenübertritt – Kritiker sprechen von „Schleimerei“ – zeigt sich Carney unbeeindruckt. Er hatte Trumps Aussagen, Kanada sei der „51. US-Bundesstaat“, scharf zurückgewiesen und sich über Starmers demonstrative Einladung Trumps zu einem Staatsbesuch mokiert.
Und danach?
Am Sonntag reisen Starmer und Carney gemeinsam nach Kananaskis, hoch in die kanadischen Rockies, zum G7-Gipfel. Dort treffen sie auf Trump, die EU, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan – und den ukrainischen Präsidenten Selenskyj, der ebenfalls teilnimmt.
Der Gipfel dürfte geprägt sein von den jüngsten israelischen Angriffen auf Iran, den globalen Sicherheitsrisiken – und einem US-Präsidenten, der lieber Panzer in Washington zeigt als Diplomatie in Alberta.