Dark Mode Light Mode

Ölpreise heben ab – Nahost brennt, Kasse klingelt

ptra (CC0), Pixabay

Die globale Ölpreisrakete hat gezündet – und zwar synchron mit den israelischen Luftangriffen auf iranisches Gebiet. Während in der Region die Drohnen kreisen, schraubte sich der Preis für Brent-Öl elegant über 10 Prozent nach oben. Für alle, die noch getankt haben, bevor es knallt: Glückwunsch. Für alle anderen: Willkommen in der Zapfsäulenhölle.

Geopolitik trifft Geldbeutel

Die Trader dieser Welt reagierten sensibel wie ein Chorknabe auf Pfefferspray. Der Gedanke, dass ein Flächenbrand zwischen Israel und dem Iran den Ölhahn zudrehen könnte, ließ die Märkte taumeln – und die Preise tanzen. Dass Öl alles teurer macht – von der Autofahrt bis zum Tiefkühlgemüse – ist dabei nur ein angenehmer Nebeneffekt für die, die am Öl verdienen.

Nach dem ersten Preissprung folgte ein kleiner Rücksetzer, aber keine Panik: Brent lag am Ende immer noch 7 Prozent über dem Vortag. Ein Fass für schlanke 74,23 Dollar. Immerhin noch günstiger als im Ukraine-Schockjahr 2022 – aber wer braucht schon Frieden, wenn’s Rendite gibt?

Gold glänzt, Aktien schluchzen

Während sich die Börsen in Asien und Europa rot einfärbten wie die Karte eines schlechten Wahlabends, jubelten die Klassiker der Krise: Gold und der Schweizer Franken schossen nach oben. Wer keine Aktie vom Weltuntergang hat, hat wenigstens ein paar Unzen davon.

Die berühmte Straße – Hormuz, nicht Champs-Élysées

Im schlimmsten Fall – also dem besten für Öl-Spekulanten – könnte der Iran den Verkehr durch die Straße von Hormuz blockieren. Diese Meerenge ist quasi der Nabel der Ölwelt: Ein Fünftel des globalen Ölflusses zwängt sich dort durch. Wenn hier das Licht ausgeht, steigen nicht nur die Preise, sondern auch die Champagnerkorken in den Chefetagen der Ölmultis.

Was sagen die Experten?

„Explosiv, aber mit Potenzial zur Deeskalation“, meint Vandana Hari von Vanda Insights. Klingt wie eine toxische Beziehung, nur mit mehr Flugabwehr. Analysten von Capital Economics spekulieren bereits auf 100-Dollar-Öl – aber immerhin mit dem beruhigenden Nachsatz: Dann würden die Saudis wahrscheinlich einfach ein paar Ventile aufdrehen und die Welt retten – gegen Aufpreis, versteht sich.

Was sagt der ADAC für die Briten?

Rod Dennis vom britischen Pendant zum ADAC beruhigt: Es sei „noch zu früh“, um über Spritpreise zu spekulieren. Insider vermuten, dass Tankstellenbesitzer aktuell einfach würfeln, ob sie den Preis gleich erhöhen oder erst morgen.

Fazit:

Kriege kommen und gehen – aber der Ölpreis bleibt ein treuer Weggefährte auf dem Weg zur globalen Selbstentzündung. Bleibt nur die Frage: Wer braucht noch Frieden, wenn die Marge stimmt?

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Analyse aus Anlegersicht: Windpark Timmeler Kampen V / Großaljetskampsweg GmbH & Co. KG – Stabile Struktur bei sinkender Bilanzsumme

Next Post

Umweltminister Schneider fordert Rücknahme der Bahn-Entscheidung: „Bahnfahren muss für Familien attraktiv bleiben“