Der Begriff „Mental Load“ ist oft mit Frauen und Müttern verbunden: die unsichtbare, emotionale und organisatorische Arbeit im Familienalltag. Doch auch Väter tragen mentale Lasten – sie sind nur seltener Thema in öffentlichen Diskussionen.
In einer Folge des Podcasts „Haven!“ sprach die Gastgeberin Haven Weits mit ihrem Freund Nick Mulenos über genau dieses Thema. Der Clip der Folge erreichte auf TikTok über 53.000 Aufrufe – und löste hitzige Debatten aus. Während manche User Väter verteidigten, kritisierten andere, dass Männer den Begriff „Mental Load“ nutzen, um die emotionale Arbeit von Müttern zu relativieren.
Mulenos erklärte, dass viele Männer dazu erzogen wurden, ihre Sorgen für sich zu behalten. „Es gibt eine Erwartung unter Männern, dass wir unsere Probleme selbst regeln – ohne sie zu äußern“, sagte er. Das führe dazu, dass Männer sich mit ihrer inneren Belastung allein fühlen.
Wie sieht „Väterlicher Mental Load“ aus?
Aaron Weits, Haven’s Ehemann, beschreibt seinen Mental Load als stark zukunftsorientiert: Er macht sich Gedanken über die finanzielle Absicherung der Familie, über Schulwahl und Wohnort. Dazu kommt ein ständiges Verantwortungsgefühl für die Sicherheit seiner Familie – besonders in einer Großstadt wie Los Angeles. „Selbst beim Spaziergang im Einkaufszentrum halte ich ständig Ausschau“, sagt er. Diese Rolle habe er unbewusst von seinem eigenen Vater übernommen.
Auch Mulenos betont, dass sein Mental Load zusätzlich daraus besteht, seine Frau emotional zu unterstützen – und dabei sensibel zu sein, sie nicht zu übergehen. „Wenn sie sagt: ‚Ich bin überfordert‘, und ich antworte: ‚Ich auch‘ – kann das wie ein Abwerten ihrer Gefühle wirken, auch wenn es nicht so gemeint ist.“
Neue Vaterrollen – neue Herausforderungen
Dr. Mill Brown, Psychologe und medizinischer Leiter der Plattform Spring Health, bestätigt: Auch Väter erleben Mental Load, nur sei er gesellschaftlich weniger akzeptiert. Traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit – stark, schweigsam, belastbar – machen es Männern schwer, offen über Stress, Sorgen oder emotionale Erschöpfung zu sprechen.
Moderne Elternschaft verlangt mehr Kommunikation denn je. Beide Partner kämpfen mit Zeitdruck, beruflichem Stress, Kindererziehung und der Pflege der Beziehung. Regelmäßige Gespräche, geteilte Kalender und Aufgabenpläne können helfen, die Lasten besser zu verteilen. Auch gemeinsame Auszeiten wie Date Nights spielen eine wichtige Rolle.
Fazit: Nicht gegeneinander, sondern füreinander
Mulenos fasst zusammen: „Ich will nicht, dass Väter schweigen, sondern offen über ihre Gefühle sprechen. Aber das Ziel ist nicht, sich gegenseitig zu überbieten – sondern gemeinsam als Familie weiterzukommen.“