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Lori Vallow Daybell erneut schuldig gesprochen – Urteil im Mordversuch an Ex-Verwandtem

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay

Eine Jury im US-Bundesstaat Arizona hat Lori Vallow Daybell am 12. Juni für schuldig befunden, den versuchten Mord an Brandon Boudreaux, dem Ex-Ehemann ihrer Nichte, mitgeplant zu haben. Das Urteil fiel nach nur etwa 30 Minuten Beratung und markiert das Ende einer ganzen Serie von Prozessen gegen die als „Doomsday Mom“ bekannt gewordene Frau.

Die 50-Jährige verbüßt bereits eine lebenslange Haftstrafe in Idaho, nachdem sie im vergangenen Jahr wegen der Morde an ihren beiden Kindern, Joshua „J.J.“ Vallow und Tylee Ryan, sowie der Mittäterschaft am Tod von Tammy Daybell, der ersten Ehefrau ihres jetzigen Mannes Chad Daybell, verurteilt worden war.

Apokalyptische Ideologie und Mordserie

Die Ermittler gehen davon aus, dass Lori Vallow Daybell sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Chad Daybell von apokalyptischen, religiösen Wahnvorstellungen leiten ließ. Zusammen sollen sie versucht haben, Menschen zu „beseitigen“, die einer gemeinsamen Zukunft im Weg standen – und dabei unter anderem von Lebensversicherungen profitieren wollen.

Im aktuellen Fall in Arizona wurde Daybell der Mittäterschaft am Mordversuch an Brandon Boudreaux angeklagt. Boudreaux, der erste Zeuge der Anklage, schilderte eindrucksvoll, wie am Tatmorgen aus einem Jeep auf ihn geschossen wurde:

„Ich sah den Lauf der Waffe, hörte den Knall – mein Fluchtinstinkt setzte sofort ein.“

Er verdächtigte sofort Lori Vallow und ihren Bruder Alex Cox, der 2019 ebenfalls verstorben ist und als zentrale Figur in mehreren Fällen gilt.

Die Beweislast war erdrückend

Die Staatsanwaltschaft präsentierte Handydaten, Quittungen und Videoaufnahmen, die Cox eindeutig am Tatort und am Steuer von Daybells Jeep zeigten. Lori Vallow habe laut Anklage aktiv zur Tat beigetragen, ein Alibi organisiert und das Handy für die Planung besorgt.

Staatsanwältin Treena Kay betonte in ihrem Schlussplädoyer:

„Sie hat geholfen. Sie war Komplizin. Sie hat dieses Verbrechen gefördert.“

Selbstverteidigung im Gericht – und alternative Theorien

Daybell vertrat sich selbst vor Gericht und sagte nicht persönlich aus. Stattdessen stellte sie die Beweise in Frage, deutete auf mögliche Manipulation digitaler Daten und lenkte den Verdacht auf ihre Nichte, Melani Pawlowski – die möglicherweise finanziell von Boudreaux‘ Tod profitiert hätte.

In ihrem Schlusswort nannte sie die Anklage „eine persönliche Vendetta“ von Boudreaux, der sie angeblich für das Scheitern seiner Ehe verantwortlich mache:

„Es tut mir leid, dass er so fühlt – aber das bedeutet nicht, dass ich schuldig bin.“

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