Der US-Arbeitsmarkt hat im Mai 2025 nur noch moderat zugelegt. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag mitteilte, wurden 139.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, während die Arbeitslosenquote stabil bei 4,2 % blieb. Damit liegt das Stellenwachstum über den Erwartungen von Analysten, die laut Bloomberg mit rund 125.000 neuen Jobs gerechnet hatten – dennoch deuten die Zahlen auf eine nachlassende Dynamik hin.
Zudem wurden die Beschäftigungszahlen für März und April deutlich nach unten korrigiert – um insgesamt 95.000 Stellen. Insbesondere im März hatte die Zahl der neu geschaffenen Jobs ursprünglich bei 185.000 gelegen, wurde nun aber auf 120.000 reduziert.
Unsicherheit durch Trumps Wirtschaftspolitik
Experten führen das gebremste Wachstum auf die wirtschaftspolitische Unsicherheit unter Präsident Trump zurück. Dazu zählen:
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Neue Importzölle auf Waren aus China, Mexiko, Kanada und Europa
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Stellenabbau auf Bundesebene – 22.000 Jobs wurden allein im Mai gestrichen, seit Januar sind es 59.000
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Einschränkungen bei der Zuwanderung, die die Verfügbarkeit von Arbeitskräften verringern
„Viele Unternehmen zögern mit Neueinstellungen, weil sie nicht abschätzen können, wie sich Trumps Zollpolitik auf das Wirtschaftswachstum auswirkt“, schreibt Kathy Bostjancic, Chefökonomin bei Nationwide, in einer Kundenmitteilung.
Gesundheitswesen und Tourismus als Jobmotoren
Die meisten neuen Stellen entstanden im Gesundheitswesen (+62.000) sowie im Bereich Freizeit und Gastgewerbe (+48.000). In anderen Sektoren hingegen gingen Jobs verloren:
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Professionelle Dienstleistungen: –18.000
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Einzelhandel: –6.500
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Industrieproduktion: –8.000 (besonders betroffen durch Zölle)
Wachstum der Löhne verlangsamt sich
Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Mai um 15 Cent auf 36,24 USD. Das entspricht einem Jahreswachstum von 3,9 %, leicht über dem April-Wert von 3,8 %. Im Vergleich zum pandemiebedingten Lohnhoch von 5,9 % im März 2022 gilt das heutige Niveau als moderat. Ökonomen sehen es im Einklang mit dem Inflationsziel der US-Notenbank (Fed) von rund 2 %.
Zinssenkung der Fed vorerst unwahrscheinlich
Der solide Arbeitsmarkt dürfte die US-Notenbank (Fed) vorerst davon abhalten, die Leitzinsen weiter zu senken. Zwar hatte die Fed Ende 2024 den Leitzins um einen Prozentpunkt gesenkt, derzeit wollen die Entscheidungsträger jedoch abwarten, wie sich Trumps Wirtschaftspolitik – insbesondere die Zölle – auf Inflation und Wachstum auswirken.
Eine schwächere Arbeitsmarktentwicklung hätte der Fed möglicherweise Anlass gegeben, im Juni über weitere Lockerungen nachzudenken – das ist nun eher unwahrscheinlich.
Zuwanderungspolitik wirkt sich auf Arbeitsmarkt aus
Trumps harte Einwanderungspolitik beeinflusst zunehmend den Arbeitsmarkt. Neben der Grenzsicherung wurden Arbeitsgenehmigungen nicht verlängert oder gestrichen, was vor allem niedrig qualifizierte Branchen wie Bau und Gastronomie unter Druck setzt.
Der Rückgang des Arbeitskräfteangebots erklärt, warum die Arbeitslosenquote trotz schwacher Jobzuwächse nicht steigt. Laut Ökonomen könnte dies den Spielraum der Fed für Zinssenkungen weiter einschränken.
Ausblick: Weitere Abkühlung erwartet
Trotz des vergleichsweise soliden Mai-Werts rechnen viele Analysten mit einer weiteren Abschwächung des Arbeitsmarktes in der zweiten Jahreshälfte. Laut einer Prognose der Bank Barclays dürfte sich das durchschnittliche monatliche Jobwachstum bis Ende 2025 auf etwa 75.000 Stellen pro Monat verlangsamen – belastet durch:
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Anhaltende Handelsstreitigkeiten
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Bundesweite Stellenstreichungen
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Begrenzte Zuwanderung