Am Tag der Organspende richtet sich der Blick erneut auf ein Thema, das für Tausende über Leben und Tod entscheidet: In Deutschland warten derzeit mehr als 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Genau 8.081 Patienten standen laut der Vermittlungsstelle Eurotransplant Ende Mai auf der Transplantationswarteliste – viele von ihnen seit Jahren.
Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte, gab es im laufenden Jahr bis Ende Mai 426 postmortale Organspender. Im gesamten Jahr 2024 waren es 953 Spender, aus deren Spenden 2.855 Organe transplantiert werden konnten. Die Zahlen zeigen zwar ein gewisses Maß an Engagement – aber sie reichen bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken.
Besorgniserregend ist auch die Dunkelziffer: „Es gibt viele Patienten, die gar nicht mehr auf eine Warteliste aufgenommen werden“, warnt Felix Schönrath vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC). Oftmals sei der Gesundheitszustand zu schlecht oder es fehle an medizinischen Voraussetzungen – ein stummer Teil des Problems, der in den Statistiken nicht auftaucht.
Ein Hoffnungsschimmer ist das Organspenderegister, in dem sich bislang rund 319.200 Menschen mit ihrer Entscheidung – für oder gegen eine Spende – eingetragen haben. Doch gemessen an der Gesamtbevölkerung ist die Zahl gering. Experten betonen, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger eine klare Entscheidung treffen – und sie im Register dokumentieren.
Der Tag der Organspende soll nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch Aufklärung leisten und Hemmschwellen abbauen. Denn oft scheitert eine mögliche Organspende nicht am medizinischen Potenzial – sondern an fehlender Zustimmung oder Unsicherheit im Umfeld der Angehörigen.
Jede Entscheidung zählt. Jeder Eintrag kann Leben retten.