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Reizgas-Angriff an Münchner Schule: 17 Verletzte – Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Ralphs_Fotos (CC0), Pixabay

Ein Vorfall mit weitreichenden Folgen hat sich am Donnerstagvormittag an einer weiterführenden Schule im Münchner Stadtgebiet ereignet: Nach dem mutmaßlichen Versprühen von Reizgas mussten 17 Personen medizinisch behandelt werden – acht davon gelten laut Polizei und Feuerwehr als schwer verletzt.

Gegen 10:30 Uhr gingen bei der Leitstelle der Feuerwehr mehrere Notrufe ein. Schülerinnen und Schüler klagten über starke Reizungen der Atemwege, tränende Augen, Hustenanfälle sowie Atemnot. „Wir sind sofort mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen und haben das Schulgebäude umgehend evakuiert“, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Insgesamt wurden rund 400 Personen in Sicherheit gebracht, der betroffene Gebäudetrakt wurde anschließend belüftet.

Die betroffenen Schüler und Lehrkräfte wurden zunächst in einem gesonderten Bereich erstversorgt, bevor sie – abhängig vom Schweregrad der Symptome – in umliegende Kliniken gebracht wurden. Die Einsatzkräfte sprachen von einem „koordinierten und schnellen Rettungseinsatz“, bei dem auch Notfallseelsorger hinzugezogen wurden.

Ursache offenbar kein Unfall

Noch vor Ort nahm die Polizei die Ermittlungen zur Ursache auf. Zunächst wurde ein technischer Defekt – etwa ein Gasaustritt oder ein Chemieunfall – in Betracht gezogen. Doch diese Möglichkeit konnte nach ersten Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Spuren deuten klar auf ein mutwillig versprühtes Reizgas hin – vermutlich Pfefferspray oder eine vergleichbare Substanz. Die Polizei geht derzeit von einer vorsätzlichen Tat aus.

„Aktuell wird gegen Unbekannt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt“, so ein Polizeisprecher. Man sei dabei, Überwachungsvideos auszuwerten und Befragungen durchzuführen, um Hinweise auf den oder die Täter zu erhalten. Besonders brisant: Das Versprühen von Reizgas in Innenräumen gilt als hochriskant – insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege.

Schule und Behörden reagieren mit Sorge

Die Schulleitung zeigte sich schockiert über den Vorfall. In einer ersten Stellungnahme sprach die Direktorin von einem „beispiellosen Angriff auf die Sicherheit der Schüler und des Kollegiums“. Man werde in enger Abstimmung mit den Behörden und der Elternvertretung weitere Sicherheitsmaßnahmen prüfen, darunter etwa den Einsatz von Schulsozialarbeit, Anti-Gewalt-Workshops und die Sensibilisierung für die Gefährlichkeit von Reizgasen.

Auch das Münchner Schulreferat äußerte sich betroffen und betonte, dass man ähnliche Vorfälle in letzter Zeit vermehrt registriert habe – nicht nur in München, sondern auch in anderen Städten. Der Vorfall zeige, wie wichtig es sei, präventive Arbeit an Schulen zu stärken.

Zeugen gesucht – Hinweise erbeten

Die Polizei bittet dringend um Hinweise aus der Schülerschaft oder dem Lehrkörper, die zur Aufklärung des Vorfalls beitragen könnten. Auch Eltern, deren Kinder etwas Verdächtiges beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums warnte in diesem Zusammenhang vor Nachahmungstaten: „Reizgas ist kein Spielzeug – der Einsatz in einem vollen Schulgebäude kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und ist strafrechtlich relevant.“

Die Ermittlungen laufen weiter. Bis auf Weiteres bleibt der betroffene Gebäudetrakt gesperrt, der Unterricht findet in den übrigen Bereichen der Schule wieder statt.

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