Trotz wirtschaftlicher Zurückhaltung beim allgemeinen Schuhkauf geben die Menschen in Deutschland weiterhin begeistert Geld für Sneaker aus. Wie das Handelsforschungsinstitut IFH Köln berichtet, erlebt der Sportschuh mit Lifestylefaktor einen ungebremsten Höhenflug.
Laut IFH-Marktexperte Hansjürgen Heinick ist der Sneaker „der größte Gewinner unter den Warengruppen“. Allein im vergangenen Jahr haben Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland rund 2,7 Milliarden Euro für Sneaker ausgegeben – das ist ein Drittel mehr als noch 2018. Der durchschnittliche jährliche Umsatzanstieg liegt bei rund sechs Prozent.
Mehr als nur Sportschuh
Was früher vor allem für sportliche Aktivitäten gedacht war, ist heute ein modisches Statement. Sneaker gehören zum festen Bestandteil vieler Alltagsoutfits, werden zur Arbeit, in der Freizeit oder sogar zu festlichen Anlässen getragen. Der Trend zeigt sich auch an der Vielfalt der Modelle – von klassischen Retro-Designs über Hightech-Laufschuhe bis zu limitierten Sammlereditionen.
Nachhaltigkeit und Secondhand gewinnen an Bedeutung
Mit dem Boom steigen aber auch die Ansprüche der Kundschaft. Nachhaltig produzierte Modelle und recycelte Materialien gewinnen zunehmend an Relevanz. Auch Secondhand-Plattformen für rare und getragene Sneaker boomen, getrieben durch den Wunsch nach Individualität und Ressourcenschonung.
Kein Ende in Sicht
Für den Markt bedeutet das: Der Sneaker wird auf absehbare Zeit weiter das wichtigste Zugpferd der Schuhbranche bleiben. Heinick erwartet, dass der Trend anhält – besonders bei jungen Konsumenten, die den Sneaker nicht nur als Schuh, sondern als Ausdruck von Stil, Haltung und Zugehörigkeit begreifen.