Nach dem Großeinsatz im DHL-Logistikzentrum im mittelfränkischen Langenzenn bei Fürth hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eine umfassende Untersuchung angekündigt. Ziel sei es zu klären, ob es sich bei dem Vorfall möglicherweise um einen vorsätzlichen Anschlag gehandelt habe.
Am Vormittag waren mindestens 13 Menschen verletzt worden, nachdem sie mit einer unbekannten Substanz in Kontakt kamen. Die Substanz war offenbar in einem Paket enthalten, das im Logistikzentrum verarbeitet wurde. Die Betroffenen klagten über Atemwegsreizungen und Hautprobleme, einige wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.
Trotz der Brisanz ist das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) nach eigenen Angaben bislang nicht in die Ermittlungen eingebunden. Die zuständigen Behörden vor Ort führen derzeit die Untersuchungen. Ob und wann das LKA hinzugezogen wird, ist noch offen.
Minister Herrmann betonte, dass nun mit Hochdruck geprüft werde, welcher Stoff freigesetzt wurde und woher das betroffene Paket stammt. Er sprach von einem ernstzunehmenden Vorfall, bei dem derzeit nichts ausgeschlossen werde – auch kein gezielter Angriff.
Der Vorfall erinnert an ähnliche Fälle in der Vergangenheit, bei denen gefährliche Stoffe gezielt per Post versendet wurden. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang. Weitere Informationen, insbesondere zur Art der Substanz und möglichen Tatmotiven, werden in den kommenden Tagen erwartet.